Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
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KreditkartenKlaudi
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Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Hey Leute! ?
Also ich bin seit letztem Monat offiziell im Berufsleben angekommen – Marketingmanagerin in Köln, erstes richtiges Gehalt, erstes Mal wirklich "erwachsen" (zumindest auf dem Papier ?). Im Studium hab ich irgendwie so dahingewurschtelt, Kontostand gecheckt, Daumen gehalten, Pasta gegessen. Ihr kennt das.
Aber jetzt verdiene ich tatsächlich Geld und merke: Ich hab null Plan, wo das alles hingeht. ? Miete, Netflix, Spotify, Gym, Abos... irgendwas fressen die 2.400 € netto einfach weg, und am Ende des Monats ist da weniger als ich denke. Das kann ja so nicht bleiben!
Ich will jetzt endlich ein Haushaltsbuch führen. Aber ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Nehme ich eine App? Excel? Papier (lol, nein)? Ich hab schon von YNAB gehört, aber das kostet ja auch Geld... und irgendwelche deutschen Apps hab ich auch gesehen, die sahen aber alle irgendwie nach Steuerformular aus ?
Meine konkreten Fragen:
- Womit habt ihr angefangen – App, Excel oder was anderes?
- Wie detailliert muss ich das wirklich kategorisieren?
- Wie lange hat es gedauert bis es zur Gewohnheit wird?
Freue mich über jeden Tipp! Und bitte nix mit "mach erstmal einen Finanzplan für die nächsten 30 Jahre" ? Ich will klein anfangen. ✈️?
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BudgetBossBalint
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Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Hey Claudia, willkommen im Club der Leute, die plötzlich merken dass Geld weg ist bevor der Monat rum ist ?
Mein ehrlicher Rat: Fang mit Excel oder Google Sheets an. Nicht wegen Romantik, sondern weil du dabei selbst verstehst, was du trackst. Eine App macht das für dich – und dann weißt du nach 3 Monaten zwar was du ausgegeben hast, aber nicht warum.
Mein Einstiegs-Setup war simpel: Spalten für Datum, Kategorie, Betrag, Notiz. Kategorien: Fixkosten (Miete, Abos, Versicherungen), Lebensmittel, Freizeit, Sonstiges. Fertig. Nicht mehr.
Zum Thema Detailtiefe: Am Anfang reichen 5-6 Kategorien. Wenn du nach 2 Monaten merkst dass "Sonstiges" immer 300€ frisst, dann bohrst du da tiefer. Nicht vorher.
YNAB würde ich erst empfehlen wenn du das Prinzip "Zero-Based Budgeting" wirklich verstehen willst – und dafür musst du erst mal wissen wie deine Ausgaben überhaupt aussehen. Also: Google Sheets für Monat 1-3, dann weiterschalten.
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Nebenjob_Nathalie
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Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Ich hab mit der App "Outbank" angefangen, die liest direkt deinen Kontostand aus – aber das Problem ist, dass du dann nix mehr aktiv machst und nur noch guckst. Hat bei mir nicht geklappt.
Was wirklich geholfen hat: Jeden Abend kurz die Ausgaben des Tages in mein Handy tippen. Ich nutz dafür einfach die Notizen-App, ganz primitiv ? Und einmal pro Woche übertrags ich alles in eine kleine Tabelle. Klingt umständlich, ist aber genau der Punkt – du denkst kurz drüber nach was du ausgegeben hast.
Bei 2.400€ netto würd ich sagen: erst mal schauen was deine Fixkosten sind. Miete + Strom + Abos + Versicherungen zusammenrechnen. Was übrig bleibt ist dein "Spielgeld". Und dann guck ob das realistisch ist oder nicht.
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RisikoRudolf_aus_RLP
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Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Grundsätzlich gut, dass du das angehst. Viele warten damit zu lange.
Aber ich möchte kurz einhaken: Bevor du ein Haushaltsbuch startest, würde ich als allererstes prüfen, was du an Versicherungen hast. Haftpflicht? Berufsunfähigkeit? Das klingt unsexy, aber wenn du jetzt ein geregeltes Einkommen hast, ist das die Grundlage für alles weitere. Ein Haushaltsbuch nützt wenig, wenn eine Lücke im Versicherungsschutz dich finanziell zurückwirft.
Zum eigentlichen Thema: Ich nutze seit Jahren eine einfache Tabelle, kein Schnickschnack. Das Wichtigste ist die Konsequenz, nicht das Tool.
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Kredithai_Kassandra
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- Registriert: Mi Aug 03, 2022 10:00 pm
Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Rudolf, du hast natürlich recht mit den Versicherungen – aber ich glaub Claudia hat konkret nach dem Haushaltsbuch gefragt, nicht nach einer Risikoanalyse ?
Ich bin auch gerade erst fertig mit dem Studium (na, fast) und nutze MoneyMoney – das ist eine Mac-App, einmalig ca. 30€, keine Abo-Falle. Liest Konten per FinTS aus, du kategorisierst Transaktionen selbst. Nach 2-3 Wochen hat man ein sehr gutes Bild.
Alternativ wenn du Windows nutzt: Finanzblick. Ähnliches Prinzip.
YNAB würde ich auch eher für Stufe 2 sehen. Das Konzept ist gut, aber man muss sich erst mal reindenken – und wenn man noch nie ein Haushaltsbuch geführt hat, ist das etwas viel auf einmal.
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GeldwertGerhard_BO
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- Registriert: Do Nov 21, 2019 11:00 pm
Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Ich mach das seit 40 Jahren mit einem Notizblock und einem Kugelschreiber. Hat immer funktioniert. Jeden Tag die Ausgaben rein, Ende des Monats zusammenzählen. Fertig.
All diese Apps... ich versteh das nicht wirklich. Aber wenn meine Enkel mich fragen, sag ich immer: Hauptsache man macht es überhaupt. Das Werkzeug ist wurscht.
Was ich aber sagen kann: Die ersten 2-3 Monate sind immer eine Überraschung. Man denkt man gibt 80 € für Essen aus und es sind dann 180€. Das ist normal. Nicht erschrecken lassen, sonder konsequent bleiben.
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Azubi_Andi_2022
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- Registriert: Mi Aug 31, 2022 10:00 pm
Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
lol ich hab mal 2 wochen mit nem haushaltsbuch angefangen und dann aufgehört weil ich zu faul war ?? aber seitdem ich meine abos gecancelt hab (war mal 7 stück!!) geht's eigentlich. manchmal ist weniger mehr oder so
du sagst du hast 2400€ netto??? das ist für mich ein traumgehalt ehrlich gesagt ?? ich glaub bei dem gehalt reicht schon wenn du einfach mal 1-2 monate alle quittungen sammelst und dann guckst was da so zusammenkommt
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HaushaltsbudgetHubi
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- Registriert: So Mär 14, 2021 11:00 pm
Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Andi trifft's eigentlich ganz gut – erstmal alle Abos checken. Ich hab mal bei nem Kollegen geschaut und der hatte 11 (!) aktive Abos, von denen er 4 vergessen hatte. Das sind locker 50-80€ im Monat die einfach so weg sind.
Ich selber mach das so: Ich hab ein separates Konto nur für Fixkosten. Da überweise ich am 1. jeden Monat einen festen Betrag (Miete + alle Daueraufträge). Was auf dem Girokonto bleibt ist "frei". Klingt simpel, ist es auch – aber es funktioniert. Kein Haushaltsbuch nötig, kein App-Stress.
Wenn du trotzdem tracken willst: Die App Finanzguru ist ganz okay und kostenlos. Macht vieles automatisch.
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KreditkartenKlaudi
- Beiträge: 20
- Registriert: Fr Nov 04, 2022 11:00 pm
Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Okay wow, so viele Antworten schon, danke! ?
@RisikoRudolf_aus_RLP – okay okay, Berufsunfähigkeit, hab ich notiert, kommt auf die Liste. Aber erst Haushaltsbuch, dann BU, sonst dreh ich durch ?
@HaushaltsbudgetHubi das mit dem separaten Konto klingt eigentlich super smart. Fast wie das "Pay yourself first" Prinzip das ich irgendwo gelesen hab. Ich schau mir Finanzguru mal an!
@BudgetBossBalint Google Sheets hatte ich auch schon im Kopf. Gibts da irgendwie ein Template das du empfehlen kannst oder hast du dir das selbst gebaut?
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BudgetBossBalint
- Beiträge: 23
- Registriert: Mo Feb 13, 2023 11:00 pm
Re: Mein erstes richtiges Haushaltsbuch nach dem Studium – womit anfangen?
Ich hab mir das selbst gebaut, aber es ist wirklich nichts Wildes. Hier mein Aufbau:
- Tabellenblatt 1: Monatsübersicht – Einnahmen oben, darunter Fixkosten als feste Liste, darunter variable Ausgaben nach Kategorie summiert
- Tabellenblatt 2: Transaktionen – jede Ausgabe mit Datum, Betrag, Kategorie, Notiz
Das war's. Ich verlinke keine externen Templates, weil ich ehrlich gesagt keinem fremden Google-Sheet vertraue, das meine Finanzdaten sehen könnte.
Alternativ: Einfach bei YouTube "Google Sheets Haushaltsbuch Vorlage" suchen – da gibt's solide Sachen von deutschen YouTubern, z.B. von Finanzfluss. Die haben auch ein kostenloses Template das gut strukturiert ist.
Zur Gewohnheitsfrage: Bei mir hat's ca. 6 Wochen gedauert bis es wirklich automatisch lief. Den ersten Monat vergisst man immer mal was, das ist okay.