Wie viel Prozent vom Netto wirklich in ETFs stecken? (2.800€ Beispiel)

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Netto_Norwin
Beiträge: 19
Registriert: Do Jun 30, 2022 10:00 pm

Re: Wie viel Prozent vom Netto wirklich in ETFs stecken? (2.800€ Beispiel)

Beitrag von Netto_Norwin »

ich mach 2.600€ netto und steck 100€ in den sparplan und schlaf trotzdem gut lmao ? alle diese prozentzahlen machen mich wahnsinnig. hauptsache überhaupt was sparen und nicht jeden monat im minus enden @DepotDepp_Denny hat aber recht dass man mal konkret durchrechnen sollte was wirklich übrig bleibt. ich dachte auch immer ich hab nix übrig bis ich mal wirklich alles aufgeschrieben hab und gemerkt hab dass ich allein für Döner und Lieferando ~130€ im monat verbraten hab ?
TagesgeldThorsten_K
Beiträge: 11
Registriert: Do Apr 08, 2021 10:00 pm

Re: Wie viel Prozent vom Netto wirklich in ETFs stecken? (2.800€ Beispiel)

Beitrag von TagesgeldThorsten_K »

Ich möchte nochmal auf den Notgroschen eingehen, weil das meiner Meinung nach zu schnell abgehakt wird. 2.000€ sind bei Ausgaben von grob 1.800-2.000€ im Monat tatsächlich weniger als ein Monatsgehalt als Puffer. Das ist mir persönlich zu knapp. Was passiert wenn die Waschmaschine kaputtgeht, das Auto streikt oder man einen Monat krankgeschrieben ist? Krankengeld setzt erst ab dem 43. Krankheitstag ein, davor zahlt der Arbeitgeber – aber das ist auch nicht ewig. Ich würde konkret empfehlen: ETF-Sparplan auf 100€ reduzieren (ja, wirklich), und die restlichen 50€ plus was auch immer möglich ist in Richtung Notgroschen schieben. Tagesgeld bei der ING gibt aktuell noch vernünftige Zinsen. Sobald du bei 5.000-6.000€ bist, Sparplan wieder hochschrauben. Das ist nicht sexy, aber sicher.
ETF-Henning
Beiträge: 26
Registriert: Di Jun 01, 2021 10:00 pm

Re: Wie viel Prozent vom Netto wirklich in ETFs stecken? (2.800€ Beispiel)

Beitrag von ETF-Henning »

@TagesgeldThorsten_K das ist eine valide Strategie, aber ich würd den ETF-Sparplan nicht runtersetzen. Der psychologische Effekt, den Sparplan zu kürzen, führt erfahrungsgemäß dazu dass er nie wieder hochgesetzt wird. Kenn ich von mir selbst. Besser: Ausgaben ehrlich analysieren (Stichwort Döner-Budget von Norwin ?) und den Notgroschen aus echten Einsparungen aufbauen, nicht aus dem Depot-Budget.
KarriereKletterer_Jo
Beiträge: 6
Registriert: Sa Aug 13, 2022 10:00 pm

Re: Wie viel Prozent vom Netto wirklich in ETFs stecken? (2.800€ Beispiel)

Beitrag von KarriereKletterer_Jo »

Was ich noch ergänzen würde: schau dir mal an ob du VL-Leistungen bekommst. Als Erzieherin im öffentlichen Dienst oder bei einem Träger gibt's da oft was – 40€/Monat vom Arbeitgeber in einen ETF-Sparplan (vermögenswirksame Leistungen). Die meisten wissen gar nicht dass sie das haben oder vergessen es zu beantragen. Würde bei dir 40€ on top bedeuten ohne dass du mehr ausgibst. Lohnt sich der kurze HR-Anruf auf jeden Fall. ?
FinanzFinn
Beiträge: 18
Registriert: Do Sep 10, 2020 10:00 pm

Re: Wie viel Prozent vom Netto wirklich in ETFs stecken? (2.800€ Beispiel)

Beitrag von FinanzFinn »

VL-Leistungen – sehr guter Punkt von @KarriereKletterer_Jo ? Das hat mein Vater 15 Jahre lang nicht genutzt weil er dachte das lohnt sich nicht. 15 x 12 x 40€ = 7.200€ die er einfach hat liegen lassen. Schmerzt mich bis heute stellvertretend ? Ansonsten mal zur ursprünglichen Frage: die Antwort ist halt wirklich "es kommt drauf an" – aber nicht im nichtssagenden Sinne. Es kommt konkret drauf an: 1. Wie groß deine Rentenlücke ist 2. Ob du andere Absicherungen hast (Riester? bAV? Eigentum?) 3. Wie stabil dein Job ist (beeinflusst wie hoch der Notgroschen sein sollte) Für Erzieherinnen in Bielefeld ohne Eigenheim würde ich sagen: 15% netto ist ein realistisches langfristiges Ziel. Das sind 420€. Klingt viel, aber mit VL, Gehaltserhöhungen und konsequentem Ausgaben-Tracking erreichbar.
RoswithaSpartStreng
Beiträge: 19
Registriert: Mo Aug 24, 2020 10:00 pm

Re: Wie viel Prozent vom Netto wirklich in ETFs stecken? (2.800€ Beispiel)

Beitrag von RoswithaSpartStreng »

Ich lese diesen Thread aufmerksam und möchte eine etwas andere Perspektive einbringen. All die genannten Zahlen und Faustregeln sind nur so gut wie die Disziplin, mit der man sie umsetzt. Ich führe seit 1998 ein Haushaltsbuch – zunächst auf Papier, seit 2012 digital. Was ich dabei gelernt habe: Der größte Feind des Sparens sind nicht die großen Ausgaben, die man sieht, sondern die kleinen, die man nicht sieht. Mein konkreter Vorschlag: Führen Sie drei Monate lang penibel Buch über jede Ausgabe. Nicht schätzen – jeden Kaffee, jeden Spontankauf notieren. Erst dann wissen Sie wirklich, wo Ihr Geld bleibt. Bei 2.800€ Netto und 780€ Miete sollten mindestens 300-400€ monatlich für Sparzwecke möglich sein, wenn man es ernst meint. Die Prozentregel beantwortet die falsche Frage. Die richtige Frage lautet: Was brauche ich wirklich im Alter, und wie viel muss ich dafür heute zurücklegen?
Doppeldeckerhorst
Beiträge: 16
Registriert: Mi Nov 13, 2019 11:00 pm

Re: Wie viel Prozent vom Netto wirklich in ETFs stecken? (2.800€ Beispiel)

Beitrag von Doppeldeckerhorst »

Sorry für den Nachruf auf diesen Thread – bin gerade durch Zufall nochmal drüber gestolpert. Wollte nur sagen: @RoswithaSpartStreng hat das eigentlich am besten zusammengefasst. Haushaltsbuch klingt spießig, aber ich hab das vor 3 Jahren angefangen und gemerkt dass ich monatlich 80€ für irgendwelche Abos ausgegeben hab die ich gar nicht mehr genutzt hab. Direkt gekündigt, Sparplan erhöht. Manchmal ist die einfachste Lösung die beste. Martina, falls du noch liest: wie läufts bei dir inzwischen?
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