Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
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GiroGeizhals_Gretel
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Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
Hallo zusammen,
ich hab seit letztem Jahr einen ETF-Sparplan bei der DKB laufen, thesaurierend, also der schüttet nix aus. Jetzt hab ich irgendwo gelesen dass Anfang 2025 sowas wie eine Vorabpauschale abgebucht wird und ich bin ehrlich gesagt völlig verwirrt was das überhaupt sein soll.
Ich versteh das so: obwohl der ETF keine Dividenden zahlt, muss ich trotzdem irgendwie Steuern zahlen? Auf was denn dann?? Auf Gewinne die ich noch gar nicht gemacht hab?
Meine konkreten Fragen:
- Wie läuft die Abbuchung technisch ab — macht die DKB das automatisch oder muss ich selbst was tun?
- Ich hab einen Freistellungsauftrag über 1.000 Euro bei der DKB — reicht der oder muss ich noch irgendwas beantragen?
- Was passiert wenn auf meinem Verrechnungskonto kein Geld drauf ist? Werden dann ETF-Anteile verkauft?? Das will ich auf keinen Fall!
Ich bin da wirklich Anfängerin und will keine böse Überraschung im januar erleben. Danke schonmal an alle die sich die Mühe machen zu antworten!
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FINANZflüsterin_Fiona
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
Gute Frage, das verwirrt viele beim ersten Mal. Ich versuche es strukturiert zu erklären.
Was ist die Vorabpauschale?
Sie ist eine Art fiktiver Mindestbesteuerung für thesaurierende Fonds. Der Gesetzgeber hat festgestellt, dass Anleger mit thesaurierenden ETFs jahrelang keine Steuern zahlen, während Ausschüttungs-ETF-Anleger jedes Jahr zahlen. Die Vorabpauschale soll das ausgleichen — du zahlst also nicht auf echte Gewinne, sondern auf einen gesetzlich berechneten Mindestertrag.
Berechnung 2025:
Basis ist der sogenannte Basiszins (2024: 2,29 %). Daraus ergibt sich die Vorabpauschale pro Anteil. Bei einem ETF-Wert von z.B. 5.000 Euro wären das grob 5.000 × 2,29 % × 0,7 = ca. 80 Euro Vorabpauschale. Die tatsächliche Steuer darauf (nach Teilfreistellung von 30 % bei Aktien-ETFs) beträgt dann ca. 14–15 Euro. Keine riesige Summe, aber man muss sie kennen.
Technischer Ablauf:
Die DKB bucht automatisch im Januar vom Verrechnungskonto ab. Du musst nichts aktiv tun. Der Freistellungsauftrag wird dabei zuerst verrechnet — wenn dein FSA noch nicht ausgeschöpft ist, passiert schlimmstenfalls gar nichts, weil alles davon abgedeckt wird.
Kein Guthaben auf dem Verrechnungskonto?
Das ist der kritische Punkt. Die DKB versucht die Abbuchung — wenn das Konto leer ist, wird in der Regel ein Teilbestand der ETF-Anteile verkauft, um die Steuer zu decken. Das ist ärgerlich aber selten ein großer Betrag. Am besten einfach im Januar 20–30 Euro Puffer auf dem Verrechnungskonto lassen.
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SparSpaß_Sabrina_K
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
omg ich hab das letztes jahr auch nicht gecheckt und einfach nix gemacht ?? und dann wurde halt automatisch abgebucht, war bei mir so ca. 11 euro oder so, total harmlos lol
aber ich hab auch freistellungsauftrag komplett frei gehabt also hat der das einfach geschluckt glaub ich?? keine ahnung genau aber war jedenfalls kein drama ?
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Abgeltungssteuer_August
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
Ich möchte die Antwort von FINANZflüsterin_Fiona ergänzen und einige Punkte präzisieren.
Zur Berechnung:
Die Vorabpauschale ergibt sich aus: Fondswert zu Jahresbeginn × Basiszins × 0,7 (Korrekturfaktor). Liegt die tatsächliche Wertentwicklung des Fonds darunter, gilt die niedrigere Zahl. Bei negativer Wertentwicklung fällt gar keine Vorabpauschale an. Der Basiszins für 2024 (maßgeblich für die Vorabpauschale die Anfang 2025 erhoben wird) beträgt 2,29 %.
Zum Freistellungsauftrag:
Der Freistellungsauftrag wird automatisch gegen die Vorabpauschale verrechnet. Wer einen ETF-Sparplan mit 5.000 Euro Depotvolumen hat und seinen FSA noch nicht anderweitig ausgeschöpft hat, wird in aller Regel keine Steuer zahlen — der Betrag liegt unter 20 Euro und damit weit unter der Freigrenze von 1.000 Euro.
Wichtiger rechtlicher Hinweis zum Kontodeckungsproblem:
Ist das Verrechnungskonto nicht gedeckt, ist der Broker verpflichtet, Fondsanteile zu veräußern, um die Steuerschuld zu begleichen. Dies ist in § 44 EStG geregelt. Es handelt sich dabei nicht um eine Ermessensentscheidung des Brokers, sondern um eine gesetzliche Pflicht.
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BudgetBrigitte_DO
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
Ich hab das bei meiner ING schon zweimal mitgemacht, also praktisch gesprochen:
Im Januar — meistens in der ersten Woche — kommt eine kleine Buchung auf dem Verrechnungskonto. Bei mir stand da immer so was wie „Vorabpauschale MSCI World ETF" als Verwendungszweck. Betrag war 2023 ca. 8 Euro und 2024 etwas mehr wegen des höheren Basiszinses.
Mein Tipp: einfach im Dezember schauen dass 30–50 Euro auf dem Verrechnungskonto liegen. Das reicht für die allermeisten kleinen Sparpläne völlig aus. Und Freistellungsauftrag einrichten nicht vergessen — das hat Gretel ja schon gemacht, also passt. ?
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StudentSpartipp_Sven
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
Kurze Ergänzung noch: falls du bei mehreren Brokern Geld liegen hast, unbedingt prüfen dass der Freistellungsauftrag richtig aufgeteilt ist. Max. 1.000 Euro gesamt (bei Einzelveranlagung), die kannst du beliebig auf mehrere Banken verteilen. Aber nie mehr als 1.000 insgesamt vergeben! ?
Und ja, Trade Republic z.B. bucht das auch automatisch ab, da muss man nix machen. Ist bei allen deutschen Brokern gleich geregelt.
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RenteRechtzeitig_Rita
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
Ich möchte einen Punkt hervorheben, den viele unterschätzen: Die Vorabpauschale wird zwar automatisch abgewickelt, aber sie hat Auswirkungen auf die spätere Besteuerung beim Verkauf.
Die gezahlte Vorabpauschale wird nämlich als sogenannte „Anschaffungsnebenkosten" behandelt und mindert den späteren steuerpflichtigen Gewinn beim Verkauf. Wer also heute Vorabpauschale zahlt, zahlt beim Verkauf entsprechend weniger. Es ist keine Doppelbesteuerung, sondern eine Vorverlagerung der Steuer.
Das sollte man im Kopf behalten, damit man nicht denkt, man wird zweimal zur Kasse gebeten.
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HamburgerHaushalt_Hanne
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
Hey Gretel, ich bin auch Anfängerin bei dem Thema und hab letztes Jahr geschluckt als ich von der Vorabpauschale gehört hab ? Klang so kompliziert!
Aber ehrlich gesagt: wenn du nur einen Sparplan hast und der Freistellungsauftrag noch nicht ausgeschöpft ist, passiert für dich wahrscheinlich einfach gar nix. Die Bank bucht ab, der FSA deckt das, fertig. Du kriegst vielleicht eine Info in deinem Online-Banking aber sonst nix.
Ich hab das so erlebt — einmal kurz geschaut, „ach gucke da, 12 Euro Vorabpauschale, FSA verbraucht, alles gut" — und dann weitergemacht. ?
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Quellensteuer_Quentin
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
Als Bankkaufmann noch eine wichtige technische Ergänzung zum Ablauf bei Kontodeckungsproblemen, weil das hier etwas ungenau beschrieben wurde:
Die DKB — wie auch andere Depotbanken — hat intern eine festgelegte Reihenfolge:
1. Zunächst wird versucht, den Betrag vom Verrechnungskonto abzubuchen.
2. Schlägt das fehl, wird geprüft ob Guthaben auf anderen verknüpften Konten vorhanden ist.
3. Erst wenn das nicht klappt, werden Fondsanteile in ausreichender Höhe liquidiert.
Die gute Nachricht: Bei einem typischen Sparplan mit 100–200 Euro monatlicher Rate und einem Depotvolumen unter 10.000 Euro beträgt die Vorabpauschale selten mehr als 20–30 Euro. Das ist selbst bei leerem Konto kein Drama — es wird ein minimaler Bruchteil eines Anteils verkauft.
Empfehlung: 50 Euro Puffer im Januar auf dem Verrechnungskonto, dann ist das Thema erledigt.
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KryptoKritikerin_Kathi
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Re: Vorabpauschale 2025: Abbuchung vom Verrechnungskonto — was passiert wenn kein Guthaben da ist?
lol ich liebe es wie das deutsche Steuersystem einfach Steuern auf Gewinne erhebt die man noch gar nicht realisiert hat ? klassisch
aber ja, technisch korrekt was die anderen sagen. ich hab das bei N26 Spaces erlebt — die haben keinen eigenen Broker also ist das bei mir über Scalable abgewickelt, auch vollautomatisch.
>> @Abgeltungssteuer_August schrieb:
Dies ist in § 44 EStG geregelt. Es handelt sich dabei nicht um eine Ermessensentscheidung des Brokers, sondern um eine gesetzliche Pflicht.
danke für den paragraph, das kannte ich nicht genau. wieder was gelernt ?