Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Steuererklärung, Freibeträge, Erbschaft, Pfändung
SparquotenQueen_Sandra
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von SparquotenQueen_Sandra »

Ich find's ehrlich gesagt ein bisschen absurd, dass man sowas bei Eheleuten überhaupt melden müsste ? Das Geld ist ja quasi schon gemeinsam – ihr seid verheiratet, ihr kauft zusammen ein Haus. Aber okay, Gesetz ist Gesetz. Was ich noch sagen würde: Wenn euer Haus dann nur auf seinen Namen läuft, schaut euch das nochmal genau an. Falls irgendwann getrennte Wege gehen sollten (ich wünsch euch das natürlich NICHT ?), kann das mit dem Eigenkapital, das du eingebracht hast, aber formal auf seinem Konto war, kompliziert werden. Vielleicht lohnt sich da ein Ehevertrag oder zumindest eine schriftliche Vereinbarung. Das hat nix mit Schenkungssteuer zu tun, aber ist trotzdem wichtig. ✌️
BudgetBärBenni
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von BudgetBärBenni »

warte mal kurz – 500.000€ freibetrag alle 10 jahre?? ? das ist ja krass. also reiche leute können da locker mal nen halbe million steuerfrei rumschieben zwischen ehepartnern? und wir armen studis zahlen steuer wenns über 400€ auf dem konto sind lol aber jo für hilde ist das definitiv kein problem, viel erfolg beim hauskauf!! ?
Festgeld_Friedhelm
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von Festgeld_Friedhelm »

Ich möchte kurz etwas korrigieren, was hier implizit mitschwang: Der Freibetrag von 500.000 Euro gilt nicht nur einmal, sondern tatsächlich alle zehn Jahre neu. Das heißt, ein Ehepaar könnte theoretisch in 10-Jahres-Zyklen jeweils 500.000 Euro steuerfrei übertragen – und das sogar in beide Richtungen, also auch vom Mann zur Frau wieder zurück. Das ergibt rechnerisch bis zu 1 Million Euro pro Dekade zwischen Eheleuten. Das ist für den vorliegenden Fall nicht relevant, aber ich halte es für der Vollständigkeit halber erwähnenswert. Für Hildegard und ihren Mann ist die Sache klar: 80.000 Euro liegen weit unter dem Freibetrag, es fällt keine Steuer an.
SparquoteQueen_Quirina
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von SparquoteQueen_Quirina »

Als Bankerin kurz dazu: Die Bank selbst meldet nichts ans Finanzamt, was Schenkungen zwischen Privatpersonen betrifft – das ist nicht ihre Aufgabe. Was Banken melden müssen, sind auffällige Transaktionen im Rahmen der Geldwäscheprävention (ab 10.000 € Bareinzahlung gibt es Meldepflichten), aber eine Überweisung vom Gemeinschaftskonto auf ein Einzelkonto des Ehemanns ist für die Bank vollkommen unspektakulär. ? Also keine Sorge, dass die Bank irgendwas automatisch triggert.
GoldGlaubeGertrude
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von GoldGlaubeGertrude »

Ich hab das vor ein paar Jahren auch so ähnlich gemacht – mein Mann hat Geld von unserem gemeinsamen Sparkonto auf sein Konto überwiesen wegen einer größeren Anschaffung. Haben einfach gar nichts gemacht und es hat sich nie jemand gemeldet. Das war aber auch nur um die 30.000 Mark... äh Euro mein ich natürlich ? Ich würde aber trotzdem sagen: frag lieber einmal beim Steureberater nach bevor ihr das macht. Kostet ja nicht die Welt und dann schläft man besser.
EinzelkindEike_Invest
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von EinzelkindEike_Invest »

@BudgetBärBenni bro ich dachte auch immer das ist irgendwie unfair aber wenn man's mal durchrechnet: bei nem Immobilienkauf brauchst du halt auch so viel Kohle, sonst kriegst keinen Kredit mehr ? da relativiert sich das schnell @Hypotheken_Hilde viel glück beim Hauskauf, klingt als hättet ihr das gut im griff ?✌️
Inflationsschutz_Irene
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von Inflationsschutz_Irene »

Ich möchte noch einen praktischen Hinweis ergänzen, der in diesem Thread noch nicht kam: Wenn das Haus am Ende nur auf den Namen deines Mannes eingetragen wird, obwohl du die Hälfte des Eigenkapitals eingebracht hast, könnte das steuerrechtlich und zivilrechtlich später Fragen aufwerfen – nicht nur im Trennungsfall, wie Sandra schon angesprochen hat, sondern auch im Erbfall. Viele Paare lassen sich in solchen Situationen beide im Grundbuch eintragen, auch wenn der Kredit nur auf einen läuft. Das ist technisch möglich und schützt den einbringenden Partner besser. Ist nur ein Gedanke – ich bin keine Rechtsanwältin, aber ich würde das beim Notar ansprechen.
AktienAntonia_HH
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von AktienAntonia_HH »

Super Thread, hab selbst gerade ähnliche Überlegungen wegen einem möglichen Hauskauf mit Partner (wir sind aber noch nicht verheiratet, da ist das dann nochmal anders ?). Kurze Frage an die Wissenden hier: Gilt der 500k-Freibetrag eigentlich auch für eingetragene Lebenspartnerschaften? Oder nur klassische Ehe? Ich glaube seit dem BGH-Urteil 2017 ist das gleichgestellt, aber bin mir nicht 100% sicher.
SparquoteQueen_Quirina
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von SparquoteQueen_Quirina »

AktienAntonia_HH schrieb:Gilt der 500k-Freibetrag eigentlich auch für eingetragene Lebenspartnerschaften? Ja, eingetragene Lebenspartner sind seit der Ehe-für-alle-Reform (2017, Inkrafttreten 01.10.2017) steuerlich komplett gleichgestellt. Gleicher Freibetrag, gleiche Steuerklasse I. Unverheiratete Partner ohne Eintragung hingegen fallen in Steuerklasse III mit nur 20.000 € Freibetrag – das ist dann ein ganz anderes Thema. ?
PassivEinkommen_Pit
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Re: Schenkung zwischen Eheleuten – Freibetrag vorhanden? (80k€, Hauskauf)

Beitrag von PassivEinkommen_Pit »

Sorry für den Late-Reply, aber ich wollte nochmal auf Irenes Punkt eingehen weil ich das für wichtig halte: Ja, beide ins Grundbuch – das ist eigentlich Standard-Advice bei Paaren, auch wenn's steuerlich erstmal unkompliziert wirkt. Ich kenn eine Situation aus dem Bekanntenkreis, wo das nicht gemacht wurde und dann wurde's nach einer Scheidung sehr unangenehm, was den Eigenkapitalanteil betrifft. Hilde, frag das wirklich beim Notar an. Der klärt das in 5 Minuten und es kostet nix extra. ?
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