Rebalancing: einmal im Jahr oder bei Abweichung? 70/30-Portfolio, thesaurierend — wie macht ihr das konkret?

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PflegeversicherungsPetra
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Re: Rebalancing: einmal im Jahr oder bei Abweichung? 70/30-Portfolio, thesaurierend — wie macht ihr das konkret?

Beitrag von PflegeversicherungsPetra »

Ich bin auch keine Expertin aber ich find das hier super erklärt ? Ich hab auch ein 70/30-Depot und hab mich bis jetzt nicht getraut, irgendwas dran zu ändern, weil ich Angst hatte, was falsch zu machen. Den Tipp mit dem Sparplan umlenken find ich super, das trau ich mich. Einfach für ein paar Monate mehr in den EM-ETF einzahlen statt in den World — das klingt machbar auch für jemanden wie mich der sonst bei Finanzthemen eher den Kopf einzieht ? @GeldphobeGerda du bist nicht allein mit der Verwirrung, ich find den Thread sehr hilfreich!
RiesenmäßigRoland
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Re: Rebalancing: einmal im Jahr oder bei Abweichung? 70/30-Portfolio, thesaurierend — wie macht ihr das konkret?

Beitrag von RiesenmäßigRoland »

Was ich hier noch nicht gelesen habe: die psychologische Komponente. Kalenderbasiertes Rebalancing (z.B. immer im Januar) hat einen großen Vorteil, der unterschätzt wird: Du weißt im Voraus, wann du handelst, und lässt dich nicht von Marktbewegungen treiben. Schwellenwertbasiertes Rebalancing klingt rational, führt in der Praxis aber dazu, dass man ständig schaut — und bei manchen Leuten führt das zu Überaktivismus. Ich persönlich: einmal im Jahr, immer Anfang Dezember, damit ich noch im selben Jahr handeln kann falls nötig. Abweichung unter 5 Prozentpunkten — ignorieren. Drüber — Zukauf oder, wenn kein frisches Geld da ist, minimaler Verkauf. Funktioniert seit 6 Jahren gut. Depot liegt bei ca. 85.000 Euro, ich hab bisher dreimal wirklich verkauft und zweimal nur zugekauft.
RenditeRechner_Raimund
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Re: Rebalancing: einmal im Jahr oder bei Abweichung? 70/30-Portfolio, thesaurierend — wie macht ihr das konkret?

Beitrag von RenditeRechner_Raimund »

Die Diskussion hier ist erfreulich sachlich. Ich möchte ergänzen, dass es in der Literatur tatsächlich keinen signifikanten Performanceunterschied zwischen kalenderbasiertem und schwellenwertbasiertem Rebalancing gibt — solange die Schwelle nicht zu eng gewählt wird (unter 3 Prozentpunkte erzeugt unnötig viele Transaktionen) und nicht zu weit (über 15 Prozentpunkte bedeutet, man trägt dauerhaft ein anderes Risikoprofil als beabsichtigt). Was steuerlich beachtenswert ist: Bei Thesaurierern, die vor 2018 gekauft wurden, gilt die Altbestandsregelung (§ 56 InvStG) — Gewinne aus diesen Anteilen sind steuerfrei. Da Gerdas Depot erst seit 3 Jahren besteht, greift das hier nicht. Aber wer ältere Anteile hat, sollte das beim Rebalancing berücksichtigen und bevorzugt jüngere Anteile verkaufen. Für Gerda: Zukaufmethode ist korrekt. 76/24 ist noch kein akuter Handlungsbedarf.
Versicherungsmuffel_Vikt
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Re: Rebalancing: einmal im Jahr oder bei Abweichung? 70/30-Portfolio, thesaurierend — wie macht ihr das konkret?

Beitrag von Versicherungsmuffel_Vikt »

Ich frag mich ehrlich gesagt, ob wir das hier nicht leicht überkomplizieren. 76/24 statt 70/30 — das sind 6 Prozentpunkte. Der empirische Renditeunterschied zwischen diesen beiden Allokationen über 10 Jahre dürfte kleiner sein als die Transaktionskosten und Steuern, die man beim Rebalancing zahlt. Ich hab ein ähnliches Depot und rebalance erst ab 10 Prozentpunkten. Unter dem Schwellenwert: ignorieren, Sparplan läuft, fertig. Spart Zeit und Nerven.
Teilzeitsparer_Tobi
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Re: Rebalancing: einmal im Jahr oder bei Abweichung? 70/30-Portfolio, thesaurierend — wie macht ihr das konkret?

Beitrag von Teilzeitsparer_Tobi »

Alter, ich hab das alles gelesen und ehrlich gesagt ist mein Fazit: Sparplan auf EM hochsetzen, einmal im Jahr kurz reinschauen, fertig ? Ich bin 31, hab auch n 70/30-Ding laufen, und ich mach das so: jeden Janaur einmal Depot aufmachen, schauen obs noch ungefähr passt, wenn nicht — Sparplanverteilung für die nächsten Monate anpassen. Hab ich einmal gemacht, hat genau einmal funktioniert. Zweites Jahr war wieder recht nah an 70/30 dran, ohne dass ich irgendwas verkauft hätte. Steueroptimierung ist cool aber für kleine Depots dreht man da glaub ich nicht die ganz großen Schrauben. Erstmal überhaupt investieren ist Schritt 1. ?
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