Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

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SparsameSusanne_HRO
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von SparsameSusanne_HRO »

@RentenpunktRosemarie das ist eine berechtigte Frage! Bei 380€ Jahresertrag und sagen wir 300€ für einen Steuerberater... rechnet sich das definitiv nicht ? Aber für Leute die selbst Ahnung haben oder Tools nutzen ist der Aufwand überschaubar. Ich mach das selbst mit Cointracking, kostet mich im Jahr vielleicht 3 Stunden und 50€ für die Pro-Version. Bei meinen ~1.200€ Staking-Erträgen ist das noch vertretbar. Für Rosemaries Enkel: unter 256€ einfach gar nicht erst anfangen ?
LehrerinLena_Finanz
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von LehrerinLena_Finanz »

Ich unterrichte zwar keine Steuern, aber das Thema beschäftigt mich privat auch gerade ? Eine Frage die ich noch nicht beantwortet gesehen hab: Wie ist das bei Liquid Staking? Ich hab ETH in stETH von Lido gewandelt und bekomme die Rewards automatisch als stETH-Zunahme. Ist das dann ein täglicher Zufluss oder erst beim Tausch zurück in ETH steuerlich relevant? Ich hab dazu wirklich nichts Eindeutiges gefunden ?
Abgeltungssteuer_August
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von Abgeltungssteuer_August »

@LehrerinLena_Finanz — das ist tatsächlich eine der am wenigsten geklärten Fragen im deutschen Krypto-Steuerrecht Stand 2025. Bei Liquid Staking wie Lido stETH gibt es zwei vertretbare Positionen: Erstens, jede Rebasing-Erhöhung des stETH-Bestands ist ein sofortiger steuerpflichtiger Zufluss (analog zu klassischen Staking-Rewards). Zweitens, da kein separater Token zufließt, sondern lediglich der Wert des gehaltenen Tokens steigt, entsteht der steuerliche Tatbestand erst bei Realisierung. Die Finanzverwaltung hat sich hierzu noch nicht abschließend geäußert. In der Praxis sehe ich beide Ansätze bei Mandanten — ich empfehle derzeit die konservativere erste Variante, also tägliche Erfassung, um spätere Diskussionen mit dem Finanzamt zu vermeiden. Das schafft zwar mehr Arbeit, ist aber rechtssicherer.
BudgetPlanerBernd_HB
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von BudgetPlanerBernd_HB »

ich blick da ehrlich gesagt kaum durch ? ich hab letztes jahr auch ein bissche ETH gestakt, so 120 euro ertrag. hab das einfach gar nicht angegeben weil ich dachte das ist unter irgendner Freigrenze. war das jetzt ein fehler?? 256 euro freigrenze sagten die hier, also bin ich drunter. passt das oder muss ich trotzdem was machen?
Zinsjäger_Joachim
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von Zinsjäger_Joachim »

@BudgetPlanerBernd_HB Bei 120 Euro und der Freigrenze von 256 Euro nach § 22 Nr. 3 EStG sind Sie formal auf der sicheren Seite — die Erträge bleiben steuerfrei und müssen nicht angegeben werden. Aber Achtung: Es ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Wenn Sie in einem anderen Jahr über 256 Euro kommen, wird der gesamte Betrag steuerpflichtig, nicht nur der Teil über 256 Euro. Für 2024 mit 120 Euro: kein Handlungsbedarf.
RisikostreuerRobert
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von RisikostreuerRobert »

Ich möchte hier einen volkswirtschaftlichen Kommentar einwerfen: Die aktuelle Rechtslage ist aus meiner Sicht ein regulatorisches Versagen. Staking ist ökonomisch betrachtet eine Form der Kapitalbereitstellung zur Netzwerksicherung — funktional näher an Dividenden oder Zinsen als an 'sonstigen Leistungen'. Dass der Gesetzgeber dies nicht als Kapitalertrag einordnet, hat zur Folge, dass Staking für Personen mit hohem Grenzsteuersatz deutlich unattraktiver wird als für Geringverdiener. Das ist eine perverse Anreizstruktur. In anderen EU-Ländern wird das differenzierter gehandhabt. Ob sich das bis 2026 ändert, bleibt abzuwarten. Es gibt Bestrebungen im Bundesrat, Krypto-Erträge vollständig unter § 20 EStG zu subsumieren — aber konkrete Gesetzgebung sehe ich noch nicht.
Wohnriester_Waltraud
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von Wohnriester_Waltraud »

@RisikostreuerRobert Das mit dem Bundesrat wäre interessant — haben Sie dazu eine Quelle? Ich würde das gerne verfolgen, weil ich selbst überlege, ob ich mit dem Staking anfangen soll. Wenn der persönliche Steuersatz gilt, rechnet sich das bei mir mit 42% Grenzsteuersatz deutlich schlechter als ich dachte.
RisikostreuerRobert
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von RisikostreuerRobert »

@Wohnriester_Waltraud Ich habe das in einer Analyse des Bitkom e.V. gelesen sowie in einem Kommentar auf dem Portal cryptotax.de — ich kann die genauen Fundstellen gerade nicht rekonstruieren, empfehle aber eine eigene Recherche dort. Konkrete Gesetzesinitiativen mit Bundestagsdrucksache sind mir aktuell nicht bekannt, es war eher auf Diskussionsebene.
Festgeld_Friedhelm
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von Festgeld_Friedhelm »

Ich finde diese ganzen Kryptosachen reichlich riskant und unnötig kompliziert. Für meine Festgelder bei der DKB und Tagesgeld bei der ING weiß ich genau was ich bekomme und was das Finanzamt will — 25% Abgeltungssteuer, fertig. Das zieht die Bank direkt ab, ich muss nichts tun. Wenn ich für 380 Euro Ertrag jetzt stundenlang Dokumentation pflegen, Tools kaufen und am Ende noch zum Steuerberater muss... nein danke. Das ist kein Weg für mich.
KreditkartenKritikerin_K
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Re: Krypto-Steuer 2025: Staking-Erträge als sonstige Einkünfte oder Kapitalertrag — was gilt wirklich?

Beitrag von KreditkartenKritikerin_K »

@Festgeld_Friedhelm ich versteh die Haltung, aber Krypto ist halt nicht für jeden was ? Für manche lohnt sich der Aufwand trotzdem, z.B. wenn man sowieso schon größere Positionen hält und das Staking quasi 'on top' kommt ohne extra Arbeit. Außerdem: DKB und ING zahlen gerade was, 3-3,5% aufs Tagesgeld? Das ist ok aber halt auch nicht aufregend ?
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