Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Steuererklärung, Freibeträge, Erbschaft, Pfändung
Taschengeld_Timo
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von Taschengeld_Timo »

@FinanzFinn gute frage lol ? ich verdien ca. 850€ brutto im monat als azubi im 2. lehrjahr, also ja ich zahle schon ein bisschen lohnsteuer. bin nicht verpflichtet aber mach's freiwillig weil ich gehört hab dass man da was zurückkriegt. letztes jahr hab ich's nicht gemacht und bereue das jetzt irgendwie
BudgetBrigitte_DO
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von BudgetBrigitte_DO »

850€ brutto monatlich, 12 Monate = 10.200€ im Jahr — das liegt unter dem Grundfreibetrag von 11.604€ (2024). In dem Fall solltest du die Steuererklärung auf jeden Fall machen, weil du die gesamte gezahlte Lohnsteuer zurückbekommst! ? Und dann spielt es auch keine Rolle ob du mit deinen Werbungskosten über den Pauschbetrag kommst oder nicht — du bekommst sowieso alles zurück, was abgezogen wurde. Für die Vergangenheit: freiwillige Steuererklärungen können bis zu 4 Jahre rückwirkend eingereicht werden. Also noch bis Ende 2024 für das Jahr 2020 möglich, und 2021, 2022, 2023 sowieso. Das lohnt sich!
KurzarbeitKarl
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von KurzarbeitKarl »

Jo Brigitte hat recht, das hab ich auch mal so gemacht — drei Jahre auf einen Schlag nachgeholt, gab schöne 400€ zurück. Für Kleinkram der sich angesammelt hatte. Wobei ich sagen muss: Elster ist echt nicht so schlimm wie sein Ruf. Ich hab das ohne Steuerberater hinbekommen und ich bin kein Finanzprofi ? Für nen Azubi mit überschaubaren Einkünften reicht das locker.
StufiSparerin_Lena
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von StufiSparerin_Lena »

warte mal kurz ich checkcheck: wenn er unter dem grundfreibetrag liegt kriegt er ALLES zurück was er gezahlt hat, egal ob er werbungskosten nachweist oder nicht?? ? das wusste ich gar nicht ich frag für mich als studentin mit minijob lol
FamilienFinanzFranka
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von FamilienFinanzFranka »

StufiSparerin_Lena schrieb:wenn er unter dem grundfreibetrag liegt kriegt er ALLES zurück was er gezahlt hat, egal ob er werbungskosten nachweist oder nicht?? Genau so ist es — wenn dein Gesamteinkommen unter dem Grundfreibetrag liegt, ist deine Steuerschuld null. Dann bekommst du die einbehaltene Lohnsteuer vollständig zurück, weil der Arbeitgeber die ja monatlich pauschal einbehält ohne die Jahressituation zu kennen. Werbungskosten können trotzdem helfen wenn man knapp über dem Freibetrag liegt — aber bei Timo ist das aktuell nicht der Fall.
KreditmuffelKai
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von KreditmuffelKai »

wir verlieren uns grade ein bisschen oder? ? die Ausgangsfrage war Homeoffice-Pauschale vs. Arbeitszimmer und jetzt reden wir über Grundfreibeträge aber okay für Timo ist das ja relevant, macht Sinn kurze frage nebenbei: zählt der tag als homeoffice-tag wenn man morgens ne stunde gearbeitet hat und dann krank war? hab mich das auch schon gefragt ?
RoswithaSpartStreng
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von RoswithaSpartStreng »

@KreditmuffelKai: Nein, Krankheitstage zählen nicht als Homeoffice-Tage. Sie müssen tatsächlich gearbeitet haben. Ob eine Stunde reicht oder ob es eine Mindestarbeitszeit gibt, ist bisher nicht explizit gesetzlich geregelt — das BMF-Schreiben spricht von Tagen, an denen die Tätigkeit ausschließlich in der Wohnung ausgeübt wird. Bei Zweifeln: weglassen und nur sichere Tage angeben.
FrugalistFlorian_HB
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von FrugalistFlorian_HB »

Ich würde noch ergänzen, dass es sinnvoll ist, die Homeoffice-Tage in einem simplen Kalender oder einer Tabelle zu dokumentieren — nicht nur als Nachweis fürs FA, sondern auch damit man beim Ausfüllen der Steuererklärung nicht rätseln muss. Ich mach das einfach in einer Google-Tabelle, eine Zeile pro Tag mit Datum und einem Häkchen. Fünf Sekunden Aufwand. Für die Vergangenheit muss man halt schätzen bzw. aus Kalendereinträgen rekonstruieren. Das FA akzeptiert das in der Regel, solange die Angaben plausibel sind und der Arbeitgeber die Homeoffice-Genehmigung bestätigt hat.
Mod_Katharina
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von Mod_Katharina »

Zur Übersicht für alle Mitleser — hier die wichtigsten Punkte des Threads zusammengefasst: - Häusliches Arbeitszimmer: Setzt ein räumlich abgetrenntes, nahezu ausschließlich beruflich genutztes Zimmer voraus. Ein Schreibtisch im Schlafzimmer genügt nicht. Für Arbeitnehmer mit vorhandenem Büroarbeitsplatz beim Arbeitgeber ohnehin seit 2023 kaum noch relevant. - Homeoffice-Pauschale: 6€ pro Tag (ab VZ 2023), maximal 210 Tage = 1.260€ jährlich. Kein Nachweis tatsächlicher Kosten nötig. Für die geschilderte Situation die einzig mögliche Option. - Kombination: Pauschale und Arbeitszimmer schließen sich für denselben Tag gegenseitig aus. - Besonderheit für Timo: Da sein Jahreseinkommen vermutlich unter dem Grundfreibetrag liegt, wird die einbehaltene Lohnsteuer ohnehin vollständig erstattet. Bitte beachten: Dies ist eine allgemeine Diskussion, kein Steuerberatungsersatz. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich ein Lohnsteuerhilfeverein (deutlich günstiger als Steuerberater für Arbeitnehmer).
PeterOhnePlan
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Re: Homeoffice-Pauschale vs. häusliches Arbeitszimmer — was lohnt sich bei 60 Tagen?

Beitrag von PeterOhnePlan »

sorry für necro aber ich hab den thread gerade gefunden und frag mich: gilt das alles noch für 2024?? oder hat sich da wieder was geändert ? ich blick da echt nicht mehr durch, jedes jahr andre regeln
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