Finanzplanung als Freelancer – wie plant man mit unregelmäßigem Einkommen?

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Kreditkarten_Knecht_Knut
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Re: Finanzplanung als Freelancer – wie plant man mit unregelmäßigem Einkommen?

Beitrag von Kreditkarten_Knecht_Knut »

Einen Aspekt hab ich hier noch vermisst: die Buchhaltung als Planungsinstrument. Klingt trocken, ist aber für Selbstständige Gold wert. Wenn man konsequent jede Einnahme und Ausgabe kategorisiert (auch privat!), sieht man nach 2-3 Jahren ganz klar die saisonalen Muster. Bei einem Elektriker gibt's garantiert Monate die strukturell besser sind als andere – Herbst wenn alle Heizungen gewartet werden, Frühjahr Neubauten etc. Wenn man das kennt, kann man vorausplanen statt zu reagieren. Ich verwend WISO oder Lexoffice für sowas, aber eigentlich reicht auch eine simple Excel-Tabelle wenn man sie konsequent führt. Das Problem ist das "konsequent".
SkeptischerSigurd
Beiträge: 21
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Re: Finanzplanung als Freelancer – wie plant man mit unregelmäßigem Einkommen?

Beitrag von SkeptischerSigurd »

Wow, das ist mehr Input als ich erwartet hab, danke an alle. @P2P_Pessimist_Paul Das Drei-Konten-Modell klingt genau nach dem was ich brauch. Ich hab bisher alles auf einem Haufen und wunder mich dann warum ich keinen Überblick hab – logisch eigentlich. @Mod_Thorsten_FFF KV ist bei mir tatsächlich ein Brocken, ich bin freiwillig gesetzlich versichert und zahl um die 650 € im Monat. Das steht fix im Kalender, da hast du recht. @Notgroschen_Nathalie_K 6 Monate Fixkosten als Reserve – das ist schmerzhaft wenn man das mal ausrechnet. Meine Fixkosten liegen bei ca. 2.800 € (Miete, KV, Versicherungen, Leasingfahrzeug). Das wären 16.800 € die ich "einfrieren" müsste. Habe ich nicht, aber das ist wohl das mittelfristige Ziel. @Kreditkarten_Knecht_Knut Ich nutz Lexoffice eh schon für die Rechnungen, ich muss mal schauen ob ich da auch die Privatausgaben irgendwie tracke. Wahrscheinlich eher Excel-Lösung für privat. Das mit dem Jahresbudget (@GrenzgängerGabi_AT) gefällt mir auch – ich glaub das ist der Denkwechsel den ich brauch. Monatlich zu denken macht mich nur nervös.
RenteVomFeinsten_Reiner
Beiträge: 18
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Re: Finanzplanung als Freelancer – wie plant man mit unregelmäßigem Einkommen?

Beitrag von RenteVomFeinsten_Reiner »

Sorry für den Spät-Beitrag, ich wollte noch was nachschieben zum Thema Altersvorsorge weil das Sigurd ja auch angesprochen hat. Als Handwerker (Elektriker) bist du laut Handwerkerrolle in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert – das hat @Sparplan_Sören_HB schon richtig angedeutet. Nach 18 Pflichtbeitragsjahren kannst du dich auf Antrag befreien lassen, aber die meisten machen das nicht. Das bedeutet aber auch: du hast schon einen Grundbaustein für die Rente, anders als viele andere Freelancer. Das ist nicht nichts. Trotzdem würde ich zusätzlich etwas aufbauen. Rürup-Rente ist für Selbstständige steuerlich interessant (Beiträge absetzbar), aber unflexibel. Wenn dir ETF-Depot lieber ist wegen der Flexibiltät, ist das auch okay – nur halt nicht steuerbegünstigt. Ich würd mich da nicht festlegen ohne konkrete Zahlen durchgerechnet zu haben.
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