Festgeld vorzeitig auflösen — welche Banken lassen das und was kostet es wirklich?

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GrenzgängerGabi_AT
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Re: Festgeld vorzeitig auflösen — welche Banken lassen das und was kostet es wirklich?

Beitrag von GrenzgängerGabi_AT »

Kurzer Einwurf aus österreichischer Perspektive: Bei uns ist das rechtlich etwas anders geregelt. In Österreich gibt es tatsächlich Fälle, wo Banken zur vorzeitigen Auszahlung verpflichtet werden können, wenn ein wichtiger Grund vorliegt — das ist im österreichischen Bankwesengesetz anders interpretiert als in Deutschland. Für den OP: Das hilft dir leider direkt nicht, weil du bei einer deutschen Bank bist. Aber vielleicht interessant für zukünftige Überlegungen, wenn man Konten in AT führt. Was ich in der Praxis kenne: Die Raiffeisen in Salzburg hat mir einmal tatsächlich eine vorzeitige Auflösung gegen Zinsverzicht angeboten — also ich bekam mein Kapital zurück ohne die aufgelaufenen Zinsen. Das war kulant, aber natürlich kein Rechtsanspruch. Generell: Immer freundlich fragen, Kulanz ist möglich, aber nicht garantiert. ?
GoldGlaubeGertrude
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Re: Festgeld vorzeitig auflösen — welche Banken lassen das und was kostet es wirklich?

Beitrag von GoldGlaubeGertrude »

Ach Gott, das kenn ich. Mein Mann hat auch mal Festgeld gehabt und wollte dran und dann hieß es nein nein nein. Da war er ganz schön sauer, kann ich euch sagen. Wir haben dann irgendwann aufgehört mit dem Festgeld und kaufen lieber Gold. Das kann man wenigstens immer verkaufen wenn man Geld braucht. Mein Mnn sagt das seit 40 Jahren und inzwischen glaub ich ihm auch ? Aber ich weiß auch dass das nicht jedem gefällt, ihr jungen Leute wollt ja immer alles digital machen. Ich drück dem Mirko jedenfalls die Daumen dass er das irgendwie hinkriegt mit dem Auto!
DepotzockDennis
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Re: Festgeld vorzeitig auflösen — welche Banken lassen das und was kostet es wirklich?

Beitrag von DepotzockDennis »

lol ich hab mein ganzes Geld in ETFs und muss mir über Festgeld keine Gedanken machen ? aber im Ernst: wenn man kurzfristig Kohle braucht ist das mit ETFs natürlich auch doof weil man vielleicht grad im Minus ist und nicht verkaufen will Also ich versteh das Problem ? Hab mal überlegt Festgeld zu machen aber dann hab ich gelesen dass man da nicht rankommt und hab's gelassen. War wohl die richtige Entscheidung haha @MinuszeichenMirko viel Erfolg mit dem Auto, hoffentlich ist's nur die Zündkerze oder so und kein Motorschaden ??
Frührentner_Franz
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Re: Festgeld vorzeitig auflösen — welche Banken lassen das und was kostet es wirklich?

Beitrag von Frührentner_Franz »

Ich möchte noch einen Aspekt einbringen, der bisher nicht erwähnt wurde: die Frage der Notreserve als strukturelles Problem. Was hier passiert ist, ist klassisch: Das Geld wurde mit guter Absicht angelegt, aber ohne ausreichende Liquiditätsreserve daneben. Die Faustregel, die ich seit Jahrzehnten beherzige und die sich bewährt hat: 3–6 Monatsgehälter auf einem jederzeit verfügbaren Tagesgeldkonto, bevor auch nur ein Euro ins Festgeld geht. Zur konkreten Situation: Ich habe vor einigen Jahren bei einer deutschen Direktbank — es war damals die Comdirect — ein Festgeld vorzeitig aufgelöst. Das war möglich, allerdings nur mit vollständigem Zinsverzicht. Ich erhielt mein Kapital zurück, keinen Cent Zinsen. Das war schmerzhaft, aber der Notfall ließ keine andere Wahl. Mein Rat für den OP: Erst die Reparaturkosten genau ermitteln. Wenn es unter 2.000 Euro bleibt, Kredit oder Dispo. Wenn es mehr ist und wirklich keine andere Option besteht, bei der ING schriftlich um Kulanzlösung bitten und auf vollständigen Zinsverzicht gegen Kapitalrückgabe hoffen. Manchmal geht das — einen Versuch ist es wert.
BudgetBossBalint
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Re: Festgeld vorzeitig auflösen — welche Banken lassen das und was kostet es wirklich?

Beitrag von BudgetBossBalint »

Frührentner_Franz schrieb:3–6 Monatsgehälter auf einem jederzeit verfügbaren Tagesgeldkonto, bevor auch nur ein Euro ins Festgeld geht. 100% das. Wird hier im Forum auch oft gesagt aber offenbar nicht oft genug ? Ich pack's nochmal konkret zusammen für @MinuszeichenMirko, weil der Thread jetzt lang ist: - ING anrufen → vorzeitige Auflösung wahrscheinlich ausgeschlossen, trotzdem fragen - Reparaturkosten erst genau klären bevor du irgendwas entscheidest - Wenn Betrag überschaubar: Dispo oder Ratenkredit günstiger als Zinsverlust - Trade Republic hat aktuell Tagesgeld mit ~3% — für die Zukunft dort den Notgroschen parken, Festgeld nur für wirklich entbehrliche Beträge Und für alle anderen die das lesen: Festgeld-Leiter ✌️
Quellensteuer_Quentin
Beiträge: 21
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Re: Festgeld vorzeitig auflösen — welche Banken lassen das und was kostet es wirklich?

Beitrag von Quellensteuer_Quentin »

Sorry für Necro, aber ich stoße diesen Thread nochmal hoch weil ich heute eine interessante Information bekommen habe, die hierzu passt. Ich habe beruflich mit einem Kollegen gesprochen, der bei einer Regionalbank arbeitet. Er hat bestätigt, dass viele Banken intern eine sogenannte Härtefall-Richtlinie haben, die nirgendwo öffentlich dokumentiert ist. Das bedeutet: Bei nachgewiesenem Härtefall (schwere Erkrankung, Todesfall, drohende Insolvenz) können Sachbearbeiter manchmal eine vorzeitige Auflösung genehmigen — ohne dass das in den AGB steht. Das ist natürlich kein Rechtsanspruch, aber es lohnt sich, beim Anruf ruhig und sachlich auf eine außergewöhnliche Situation hinzuweisen. Wer schreit oder droht, bekommt garantiert nichts. Wer höflich und konkret erklärt, manchmal schon. Für alle, die das hier in Zukunft lesen: Beim Abschluss von Festgeld immer explizit nach den Regelungen zur vorzeitigen Auflösung fragen und sich das schriftlich geben lassen. Das ist kein Misstrauen — das ist gute Praxis.
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