Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
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FreistellungsauftragFred
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Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
Hallo zusammen,
ich überlege seit einigen Wochen, die Deutsche Telekom Aktie als festen Bestandteil meines Dividendendepots aufzunehmen. Hintergrund: Ich suche einen stabilen, deutschen Basiswert, der verlässlich Dividende zahlt und nicht allzu stark schwankt. Die Telekom hat in den letzten Jahren tatsächlich eine recht kontinuierliche Ausschüttungspolitik gezeigt — zuletzt 0,77 Euro je Aktie für 2023, was bei aktuellem Kurs ca. 3,5 bis 3,8 Prozent Dividendenrendite ergibt.
Was mich ein wenig stört: Der Bund hält noch knapp 30 Prozent, was einerseits Stabilität suggeriert, andererseits die strategische Flexibilität des Unternehmens einschränken kann. Dazu kommen die erheblichen Schulden, die durch den US-Markt (T-Mobile US) mitfinanziert werden mussten.
Als Alternativen schaue ich mir BASF (zuletzt sehr hohe nominale Dividendenrendite, aber mit Fragezeichen bei der Nachhaltigkeit) und Allianz (solides Versicherungsgeschäft, etwas höhere Rendite) an.
Meine konkrete Frage an euch: Wie bewertet ihr die Telekom als Dividendentitel im DAX-Vergleich? Ist die Ausschüttung nachhaltig, und setzt ihr eher auf Einzelwerte oder einen DAX-ETF für die Dividendenkomponente im Depot?
Freue mich auf eine sachliche Diskussion.
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Hypothekenheld_Holger
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Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
Gute Frage, Fred. Ich beschäftige mich beruflich zwar eher mit Immobilienfinanzierung, aber im Privaten halte ich seit 2019 Telekom-Aktien.
Was mir bei der Telekom gefällt: Die Dividende wurde selbst in schwierigen Jahren nicht gekürzt. Das ist bei deutschen Großkonzernen keine Selbstverständlichkeit — man erinnere sich an BASF, die die Dividende für 2024 deutlich senken musste. Die Telekom hat dagegen sogar leicht angehoben.
Der Schuldenstand ist tatsächlich hoch, aktuell ca. 130 Milliarden Euro Nettoverschuldung. Das klingt dramatisch, aber der Free Cashflow ist stabil und der US-Anteil an T-Mobile US generiert mittlerweile erhebliche Mittelzuflüsse. Der Konzern ist also nicht so fragil, wie die Bilanzzahl auf den ersten Blick wirkt.
Allianz würde ich ebenfalls nicht verschmähen — die haben eine sehr disziplinierte Ausschüttungspolitik und kaufen massiv eigene Aktien zurück. Für ein reines Dividendendepot würde ich persönlich beide kombinieren, anstatt mich auf einen einzigen Titel festzulegen.
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HäuslebauHorst_BW
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Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
Also ich sach mal so: Telekom hab ich auch im Depot, schon seit Jahren. Macht nix spektakuläres, aber die Kohle kommt zuverlässig. Bisschen wie ein solider Handwerker — kein Star, aber immer da wenns drauf ankommt.
BASF dagegen... da hab ich mich 2022 verbannt. Die Chemie-Zyklik hat mich kalt erwischt, Kurs runter, Dividende wackelt. Nee danke.
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GratisGiroGregor
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Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
Telekom als „Basisinvestment" ? Fred, ich respektier das, aber ich krieg leichte Schnappatmung wenn ich höre, dass jemand freiwillig Einzelaktien kauft wenn es DAX-ETFs gibt. Ein Xtrackers DAX UCITS ETF kostet dich 0,09% TER pro Jahr und du hast automatisch alle Dividenden drin — inklusive Telekom, Allianz, Munich Re, was auch immer.
Warum das Klumpenrisiko eingehen? ?
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ETF_Enthusiast_Erik
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Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
@GratisGiroGregor sagt es kurz, ich sag es etwas ausführlicher: Die Argumentation für Einzelaktien im Dividendenbereich klingt verlockend, hat aber einen Haken. Man sucht sich die vermeintlich „sicheren" Ausschütter heraus, und genau diese können überraschend kürzen — BASF ist das perfekte Beispiel, aber auch Daimler (heute Mercedes) hat das schon durchexerziert.
Ein MSCI World High Dividend ETF, z.B. von iShares, hat zuletzt 3,5 bis 4 Prozent Ausschüttungsrendite geliefert, bei deutlich besserem Chance-Risiko-Profil als ein Klumpen Telekom.
Wenn Fred aber explizit deutsche Einzelwerte will — was ich verstehen kann aus steuerlichen oder persönlichen Gründen — dann finde ich Allianz tatsächlich überzeugender als Telekom. Stabiles Geschäftsmodell, Pricing Power, Aktienrückkäufe obendrauf.
Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
Ich verfolge die Telekom seit der Privatisierung 1996, und ich sage das ohne Ironie: Die Aktie hat eine traumatische Geschichte hinter sich. Wer sie beim IPO für 14,57 DM kaufte, dann beim zweiten Börsengang nochmal aufstockte und den Crash bis 2002 miterlebte, der ist geprägt.
Heute ist das Unternehmen natürlich ein anderes. T-Mobile US ist ein echter Werthebel. Trotzdem: Ich persönlich halte Allianz und Munich Re für die deutlich besser aufgestellten Dividendentitel im deutschen Markt. Versicherungen profitieren vom Zinsumfeld, haben wenig Schulden und schütten zuverlässig aus.
BASF würde ich derzeit meiden — die Abhängigkeit von russischem Gas hat strukturelle Schäden hinterlassen, die in den Zahlen noch nicht vollständig reflektiert sind. Das ist meine persönliche Einschätzung, keine Anlageberatung.
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BeritausHamburg
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Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
Ich bin zwar keine Expertin, aber ich hab mir letztes Jahr zum ersten Mal Einzelaktien gegönnt — unter anderem die Telekom ? Mein Gedanke war: Ich kenn das Unternehmen, ich zahl selbst jeden Monat meine Telefonrechnung da, also versteh ich wenigstens grob was die machen.
Die Dividende ist tatsächlich pünktlich gekommen, das hat sich gut angefühlt. Aber ich hab auch gelesen, dass die für ihre Glasfaserausbaupläne noch ordentlich investieren müssen. Weiß jemand ob das die künftigen Ausschüttungen gefährdet? ?
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Quellensteuer_Quentin
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Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
@BeritausHamburg Gute Frage zum Glasfaserausbau. Die kurze Antwort: Die Investitionen sind hoch, aber der Free Cashflow der Telekom wird maßgeblich von T-Mobile US getragen, und der reicht bislang aus um beides zu finanzieren — Investitionen und Dividende. Guidance für 2024 war ca. 18 Milliarden Euro Free Cashflow auf Konzernebene. Das ist eine solide Basis.
Zum Thema Steuern kurz für Fred als Steuerfachwirt ohnehin klar, aber für andere: Bei inländischen Aktien wie Telekom oder Allianz entfällt das Quellensteuer-Problem, das man z.B. bei niederländischen oder schweizerischen Titeln hat. Das ist ein echter Pluspunkt für die Nettorendite.
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GoldkäferGertrude
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Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
Ich halte neben physischem Gold auch ein paar Aktien, und Telekom ist dabei. Aber ehrlich gesagt nerft mich der Staatsbeteiligungscharakter. Der Bund mischt sich ein wenn es politisch opportun ist — Stichwort Netzausbau, Stichwort Personalkosten durch Beamtenstatus alter Mitarbeiter. Das ist ein struktureller Kostenklotz, den private Wettbewerber nicht haben.
Trotzdem: Dividende kommt, Kurs ist stabil. Für mich OK als kleiner Depotbestandteil, aber nicht als Kerninvestment.
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PflegeversicherungsPetra
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Re: Deutsche Telekom als Dividendenbasisinvestment — oder lieber BASF, Allianz & Co. aus dem DAX?
Ich kenn mich nicht so tief aus wie die anderen hier, aber ich spar seit 3 Jahren auf Trade Republic einen kleinen Sparplan auf die Telekom ? 25 Euro im Monat, läuft automatisch. Die Dividende wird reinvestiert.
Was ich sagen kann: Der Kurs ist in der Zeit von ca. 16 auf über 22 Euro gestiegen, dazu die Dividenden — ich bin zufrieden! Hab gleichzeitig noch einen Allianz-Sparplan, die hat sich ähnlich gut entwickelt ?
Vielleicht ist für Einsteiger so ein Sparplan-Ansatz gar nicht dumm, statt alles auf einmal reinzuwerfen?