Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
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Azubi_Andi_2022
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Re: Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
warte mal kurz ?? ihr redet hier von 5% und 10% limits aber ich hab erstmal 200€ im depot überhaupt. biotech kaufen und dann sind das 50% meines depots oder was lol
nein im ernst ich frag mich ob das bei kleinen depots überhaupt sinn macht oder ob man nicht lieber erstmal den etf aufbaut bevor man anfängt zu zocken
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MinimalistinMiriam
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Re: Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
@Azubi_Andi_2022 Das ist eigentlich die klügste Frage in diesem Thread.
Ja, bei kleinen Depots macht es kaum Sinn. Wenn du 5.000 Euro hast und 5% in Biotech steckst, sind das 250 Euro. Das ist Lotterielos-Territorium — emotionaler Aufwand und Risiko stehen in keinem sinnvollen Verhältnis zum möglichen Gewinn in absoluten Zahlen.
Meine persönliche Grenze: Ich fange mit Einzelaktien-Spekulation erst an, wenn der ETF-Anteil im Depot mindestens 15.000 Euro beträgt. Darunter ist die Opportunitätskosten-Rechnung einfach zu schlecht.
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AzubiMitGroschemn
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Re: Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
ok aber mal ehrlich ich versteh das mit phase 1 2 3 nicht wirklich ?? kann das jemand kurz erklären ohne dass ich wikipedia aufmachen muss
oder gibts da ne gute seite? ich glaub auf finanztip.de hab ich mal was gelesen aber das war schon ewig her
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Daueroptimiererin_Doro
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Re: Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
@AzubiMitGroschemn Kurze Version:
- Phase 1: Wenige Patienten, Hauptfrage: Ist das Medikament sicher und wie hoch darf die Dosis sein?
- Phase 2: Mehr Patienten, Hauptfrage: Wirkt es überhaupt?
- Phase 3: Hunderte bis Tausende Patienten, Vergleich gegen Standardtherapie oder Placebo — das ist die entscheidende Zulassungsstudie
Für Investoren bedeutet das: Je früher die Phase, desto mehr ist der Kurs reine Spekulation auf zukünftige Daten. Bei Phase 3 hat man zumindest schon Hinweise auf Wirksamkeit.
Gute Infoquellen auf Deutsch: Das Deutsche Ärzteblatt erklärt das gut, oder einfach clinicaltrials.gov für konkrete Studien — auch wenn das auf Englisch ist.
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WohngeldWatcher_Werner
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Re: Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
Ich möchte einen Aspekt einbringen, der hier noch nicht genannt wurde: Klumpenrisiko durch Sektor-Korrelation.
Wer fünf verschiedene kleine Biotechs hält, denkt er sei diversifiziert. Aber in Phasen allgemeiner Risikoaversion — Zinserhöhungen, Rezessionsängste — fallen alle kleinen Biotechs gleichzeitig, unabhängig von ihrer Pipeline. Das war 2022 sehr deutlich zu beobachten: Der NASDAQ Biotech Index verlor fast 30%, während viele Einzelwerte 50-70% einbüßten.
Echte Diversifikation bedeutet also auch Sektor-Diversifikation. Fünf Biotechs sind nicht fünf unabhängige Wetten — sie korrelieren in Stressphasen stark miteinander.
Das ändert nichts an den genannten Prozentsätzen, aber es sollte bei der psychologischen Vorbereitung berücksichtigt werden. Ein Szenario, in dem alle fünf Positionen gleichzeitig 60% verlieren, ist durchaus realistisch.
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AzubiAndreas_Dortmund
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Re: Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
krass wie viele hier von totalverlust reden als wäre das normal ?? ich hab mal kurz überlegt ob ich bei biontech einsteige aber dann war der kurs schon bei 400 und ich hab gezögert und dann... ja ihr wisst wie das gelaufen ist lol ?
ich glaub ich bleib bei meinem trade republic sparplan und schau erstmal zu wie ihr zockt ?
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Dispofreiheit_Detlef
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Re: Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
Ich bin auch Elektriker, @KreditmuffelKai, also sozusagen Kollege ? Ich mach das seit ungefähr 8 Jahren mit Biotechs, hier meine ehrliche Bilanz:
Gewinne: Stratec, Evotec früh gekauft — gut gelaufen. Verluste: 3 Positionen Totalverlust, eine davon war schmerzhaft (hatte zu viel drin).
Meine Regel heute: nie mehr als 2% des Depots in eine einzelne spekulative Biotech-Position. Insgesammt maximal 12% im Sektor. Klingt wenig, aber wenn einer von sechs sich verdreifacht und die anderen fünf auf null gehen, kommt man trotzdem mit einer schwarzen Null oder kleinem Plus raus.
Und ganz wichtig was ich gelernt hab: keine Nachkäufe wenn eine Position läuft schlecht. Dieses „verbilligen" hat mich am meisten Geld gekostet. Wenn die Studie floppt, hilft auch ein günstigerer Einstiegskurs nix mehr.
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SparquotenQueen_Sandra
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Re: Biotech-Aktien: Totalverlust-Risiko realistisch einschätzen — wie viel Depotanteil riskiert ihr?
@KreditmuffelKai Also ich hab mal ein Jahr lang versucht Biotech-Aktien zu analysieren und muss sagen: Das ist kein normales Stock-Picking. ?
Du brauchst wirklich Grundkenntnisse in klinischer Forschung um die Pressemitteilungen richtig einzuschätzen. „Statistisch signifikantes Ergebnis" klingt gut — aber was war der Primary Endpoint? Was war die Effektgröße? Wurde der Endpunkt zwischendurch geändert (Stichwort: Endpoint drifting, sehr häufig)?
Ich hab deswegen aufgehört Einzel-Biotechs zu kaufen und stattdessen den iShares Nasdaq US Biotechnology ETF (ISIN: IE00B19Z6W00) genommen. Da hab ich den Sektor dabei ohne dass mich ein einzelner Studienflop umbringt. Rendite ist überschaubarer, aber ich schlaf besser. ?
Für alle die trotzdem Einzelwerte wollen: Schaut auf die Cash-Runway. Eine Biotech ohne Cash für mindestens 18 Monate ist ein tickende Zeitbombe — selbst wenn die Studie gut läuft brauchen sie dann eine Kapitalerhöhung die euch verwässert.