Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Tagesgeld, Festgeld, Sparbücher, Zinsvergleiche
Girokonto_Gabi_Gera
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Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von Girokonto_Gabi_Gera »

Hallo zusammen ? Ich bin ein bisschen aufgeregt weil ich zum ersten mal in meinem Leben wirklich was gespart hab. 20.000€ liegen grad auf meinem Girkonto rum und das ist echt blöd weil da natürlich null Zinsen drauf sind. Mein Chef sagt immer "Gabi, Geld das liegt schläft" — und er hat ja nicht unrecht lol ? Jetzt hab ich mich n bisschen schlau gemacht und es geht ja eigentlich nur um Festgeld oder Tagesgeld. Aktien und sowas ist nix für mich, ich will das Geld sicher wissen. Ich bin 51 und plane vielleicht in 1-2 Jahren ne neue Küche oder auch mal Urlaub damit zu machen, also komplett auf lange Zeit einfrieren möchte ich das nicht. Was ich rausgefunden hab: Festgeld zahlt gerade mehr Zinsen, oft so 3-3,5% für 12 Monate, aber man kommt dann nicht ran. Tagesgeld is flexibel aber nur so 2-2,5% je nachdem. Der Unterschied bei 20.000€ wäre ja schon fast 200€ im Jahr — das sind für mich zwei Tankfüllungen ? Meine Fragen an euch: - Würdet ihr bei der Summe eher Festgeld oder Tagesgeld nehmen? - Gibt's nen Trick wie man beides kombinieren kann? - Welche Anbieter sind grad gut? Danke schonmal! Gabi ?
PflegeversicherungsPetra
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von PflegeversicherungsPetra »

Hallo Gabi, schön dass du das Geld nicht einfach liegen lässt! ? Ich hab vor nem halben Jahr ähnlich überlegt und mich dann für einen Kompromiss entschieden: 10.000€ aufs Tagesgeld, 10.000€ ins Festgeld. Damit hast du für Notfälle oder deine Küche immer Zugriff auf die Hälfte, und die andere Hälfte arbeitet mit besserem Zins. Bei Festgeld schau mal die ING an, die hatten vor kurzem 3,3% für 12 Monate. Oder Trade Republic — die geben 3,75% aufs Tagesgeld gerade, was ehrlich gesagt schon fast so gut ist wie Festgeld bei manchen Banken. Da lohnt der Vergleich wirklich. Ich persönlich würde bei deiner Situation nicht alles einfrieren. Du weißt ja selbst, Küche oder Urlaub kann schneller kommen als man denkt. Lieber etwas weniger Zinsen und ruhig schlafen.
Netto_Norwin
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von Netto_Norwin »

alter 20k auf dem giro?? ? das schmerzt mich körperlich ich würd alles zu Trade Republic schmeißen, 3,75% täglich verfügbar, fertig. kein Stress mit irgendwelchen Laufzeiten. mein Kumpel hat das seit nem Jahr so und ist happy festgeld klingt für mich immer wie "ich vergrabe mein geld im garten" lol aber jeder wie er mag ?
KreditkartenKönig_Karste
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von KreditkartenKönig_Karste »

@Netto_Norwin Trade Republic ist ne Option, aber ich würd da nicht alles drauf setzen. Das ist ein Wertpapierdepot-Anbieter, kein klassisches Kreditinstitut — die Einlagensicherung läuft da etwas anders (über die litauische Zentralbank). Nicht dramatisch, aber wer 20k parkt, sollte das wissen. Gabi, für deine Situation würde ich konkret folgendes anschauen: - Tagesgeld: Openbank (aktuell ~3,6% für Neukunden, 6 Monate), Klarna Bank, oder die klassische ING - Festgeld: Über Zinspilot oder Weltsparen Vergleich machen — da kriegst du 3,3-3,6% für 12 Monate von verschiedenen EU-Banken, alle mit Einlagensicherung Der Split 50/50 den Petra vorschlägt ist eigentlich ziemlich vernünftig. Oder du machst 15k Festgeld 12 Monate und 5k Tagesgeld als Puffer. Wenn die Küche dann doch erstmal warten muss, hast du nach einem Jahr wieder Zugriff auf alles.
VorruhestandsVogler
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von VorruhestandsVogler »

Ich möchte kurz auf einen Aspekt hinweisen, der hier noch nicht genannt wurde: den Freistellungsauftrag. Bei 20.000€ und 3,5% Zinsen sind das 700€ Zinserträge im Jahr. Der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000€ für Ledige. Wenn Gabi also keine anderen Kapitalerträge hat — keine Aktien, keine weiteren Sparkonten — dann bleibt sie unter der Grenze und zahlt keine Abgeltungssteuer. Das sollte man vor der Kontoeröffnung klären und den Freistellungsauftrag richtig setzen. Zur eigentlichen Frage: Ich halte die 50/50-Aufteilung ebenfalls für sinnvoll. Ich selbst habe meine Rücklage auf zwei Töpfe verteilt — einen für unvorhergesehene Ausgaben (Tagesgeld) und einen mit festem Horizont. Das schafft Struktur und man greift nicht leichtfertig ans Festgeld.
TagesgeldTanja_B
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von TagesgeldTanja_B »

Ich bin Team Tagesgeld, das geb ich offen zu ? Aber ich sehe das pragmatisch: Wenn du nicht weißt wann du das Geld brauchst, ist Flexibilität mehr wert als 0,5% mehr Zinsen. Mein Tipp: Schau mal auf biallo.de oder finanztip.de — die aktualisieren ihre Tagesgeld-Vergleiche regelmäßig. Letzte Woche stand die Openbank noch bei 3,6% für Neukunden (6 Monate Aktionszins, danach weniger — das ist wichtig zu wissen!). Was viele vergessen: Aktionszinsen laufen aus. Dann musst du entweder wechseln oder du sitzt plötzlich bei 1,5%. Also Kalender-Erinnerung setzen! ?
ZinsjaegerZimmer
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von ZinsjaegerZimmer »

Ich arbeite im Bankbereich und möchte ein paar Dinge klarstellen, weil hier einiges etwas unscharf formuliert wurde. Zu Trade Republic: Karsten hat recht — die Einlagensicherung greift dort über die Banca Centrale Lituaniae bis 100.000€, ist also EU-konform. Das Risiko ist gering, aber es ist nicht identisch mit einer deutschen Direktbank. Wer das weiß und akzeptiert: okay. Zu Weltsparen / Zinspilot: Diese Plattformen vermitteln Festgelder von europäischen Partnerbanken. Wichtig: Die Einlagensicherung gilt jeweils pro Bank und pro Land. Wenn man über eine Plattform bei drei verschiedenen Banken anlegt, hat man dreifachen Schutz bis 100.000€. Das ist ein Vorteil bei größeren Summen — bei 20.000€ aber irrelevant. Mein konkreter Vorschlag für Gabis Situation: 12 Monate Festgeld bei einer deutschen Bank (z.B. Volkswagen Bank, aktuell ~3,4%) für 15.000€, Rest auf ein gutes Tagesgeldkonto. Kein Aktionszins-Wirrwarr, klare Konditionen, deutsches Einlagensicherungssystem.
Girokonto_Gabi_Gera
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von Girokonto_Gabi_Gera »

Wow, danke euch allen!! Ich hab gar nicht gedacht dass sich so viele melden ? Die 50/50 Idee find ich eigentlich super. Und den Freistellungsauftrag — Heinrich, daran hätte ich echt nicht gedacht! Ich hab tatsächlich keine anderen Kapitalerträge also müsste ich da sowieso nix zahlen, aber ich check das nochmal genau nach. @KreditkartenKönig_Karsten Weltsparen hatte ich noch nicht auf dem Schirm, da guck ich mal rein. Klingt interessant wenn man verschiedene Banken vergleichen kann ohne überall Konten aufzumachen. Eine Frage noch: ist Festgeld bei ausländischen EU-Banken wirklich so sicher? Ich mein, ich hör immer wieder von irgendwelchen Banken die pleite gehen... ?
Quellensteuer_Quentin
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von Quellensteuer_Quentin »

Gabi, kurz zur Sicherheitsfrage: Innerhalb der EU gilt die harmonisierte Einlagensicherung — bis 100.000€ pro Bank und pro Einleger sind Einlagen geschützt. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, nicht freiwillig. Bei einer Pleite übernimmt der jeweilige nationale Sicherungsfonds. Der Unterschied zu Deutschland ist in der Praxis: Im Ernstfall könnte eine Auszahlung aus einem ausländischen Fonds etwas länger dauern oder komplizierter sein als bei einer deutschen Bank. Bei Summen unter 100.000€ und seriösen Banken (keine obskuren Institute aus Kleinststaaten) ist das Risiko aber sehr gering. Noch ein Hinweis zum Freistellungsauftrag: Den musst du aktiv bei der jeweiligen Bank stellen — das passiert nicht automatisch. Wenn du bei zwei verschiedenen Banken anlegst, musst du den Betrag aufteilen (insgesamt max. 1.000€).
BausparkassenBernd
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Re: Festgeld vs. Tagesgeld bei 20.000€ — was würdet ihr aktuell machen?

Beitrag von BausparkassenBernd »

Ich werfe mal einen anderen Gedanken in die Runde: Hast du eigentlich schon einen Bausparvertrag? Ich weiß, das klingt jetzt altmodisch — Netto_Norwin schrieb:festgeld klingt für mich immer wie "ich vergrabe mein geld im garten" — Norwin würde das wahrscheinlich auch über Bausparen sagen ? Aber im Ernst: Wenn die Küche kommt und danach vielleicht irgendwann Eigenheim oder Renovierung, kann ein Bausparvertrag mit Wohnungsbauprämie interessant sein. Natürlich nicht für die kompletten 20k, aber als Ergänzung. Für die kurzfristige Anlage würde ich trotzdem Festgeld empfehlen. Der Zinsvorteil gegenüber Tagesgeld ist bei 12 Monaten real spürbar.
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