P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Ratenkredite, Umschuldung, P-Konto, SCHUFA
SparenOderLeben_Sigi
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P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von SparenOderLeben_Sigi »

Hey Leute, ich brauch mal eure Erfahrungen zu einem eher unangenehmen Thema. ? Kurz die Lage: Ich hab eine Kontopfändung im Anmarsch – lang Geschichte, läuft schon ne Weile, aber jetzt wird's ernst. Ich muss mein normales Konto so schnell wie möglich in ein P-Konto (Pfändungsschutzkonto) umwandeln lassen, damit ich zumindest den Grundfreibetrag (aktuell 1.410 € pro Monat, wenn ich das richtig hab) geschützt habe. Mein aktuelles Konto ist bei der Erste Bank hier in Wien – aber ich hab gelesen, dass man ein P-Konto theoretisch auch bei deutschen Direktbanken beantragen kann, wenn man in Österreich wohnt. Stimmt das überhaupt? Oder is das wieder so eine Regel die auf dem Papier gilt und in der Praxis keiner umsetzt? Was ich gehört hab: Manche Banken ziehen das hin, verlangen komische Zusatzdokumente oder sperren einfach erstmal alles bis die Umstellung durch ist. Das wär natürlich der blanke Horror. Konkret frag ich mich: – Welche Bank (gerne auch Direktbank) hat bei euch den Umstellungsprozess smooth abgewickelt? – Wie lang hat das gedauert, bis der Schutz aktiv war? – Geht das auch online/postalisch oder muss man persönlich erscheinen? Bin dankbar für jeden Tipp. Das Thema is halt nicht gerade gesprächsfreundlich im Bekanntenkreis, ihr wisst wie das is ?
Vergleichsportal_Vroni
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von Vergleichsportal_Vroni »

Okay, erstmal kurz klarstellen, weil das oft durcheinandergebracht wird: Das P-Konto ist eine deutsche Regelung nach § 850k ZPO. Als Person mit Wohnsitz in Österreich hast du keinen gesetzlichen Anspruch darauf gegenüber einer deutschen Bank – es sei denn, du hast dort tatsächlich ein bestehendes Konto. Wenn du also kein Konto bei einer deutschen Bank hast, bringt dir der Umweg dorthin nichts. Wenn du ein bestehendes deutsches Konto hast, kannst du dieses in ein P-Konto umwandeln lassen – das ist gesetzlich geregelt und muss innerhalb von 4 Geschäftstagen erfolgen. Die Bank darf das nicht verweigern oder verzögern (§ 850k Abs. 5 ZPO). Für dein Konto bei der Erste Bank in Österreich: Österreich hat ein eigenes System, nämlich das Existenzminimumkonto bzw. den unpfändbaren Freibetrag nach § 292j EO (Exekutionsordnung). Das funktioniert anders als das deutsche P-Konto. Da solltest du dich an die Schuldnerberatung Österreich wenden – die kennen die genauen Abläufe mit österreichischen Banken. ?
Schuldenfrei_Schorsch
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von Schuldenfrei_Schorsch »

Vroni hat recht mit dem Rechtlichen. Ich ergänz mal aus eigener Erfahrung – ich war vor Jahren selbst in der Situation, in Deutschland wohlgemerkt. Bei mir lief das über die Sparkasse Nürnberg. Ich bin morgens zum Schalter, hab gesagt ich will das Konto in ein P-Konto umwandeln, die haben kurz geguckt als ob ich Chinesisch rede, dann jemand anderen geholt, und nach nem Formular war das am gleichen Tag beantragt. Schutz war laut Aussage des Beraters ab sofort aktiv, offiziell bestätigt kam nach 2 Tagen schriftlich. Was ich gehört hab von Kumpels: Bei manchen Direktbanken läuft das komplett online, aber da wartet man manchmal länger auf die Bestätigung. ING soll da eigentlich ganz brauchbar sein, DKB auch. Aber wenn du unter Zeitdruck stehst – Filialbank, persönlich hingehen, auf sofortige Aktivierung bestehen. Die müssen das machen.
ETF_Umsteiger_Ulf
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von ETF_Umsteiger_Ulf »

Nur kurz zum Thema DKB: Ich hab mal mitbekommen wie ein Kollege das dort gemacht hat. Online-Formular ausfüllen, hochladen, fertig. Hat laut ihm 3 Werktage gedauert bis die Bestätigung da war. Kein Anruf, kein Stress. Aber das war 2022, ob sich da was geändert hat weiß ich nicht. Der Punkt von Vroni bezüglich Österreich ist aber wirklich entscheidend – das solltest du zuerst klären, bevor du irgendwas anderes machst.
SparenOderLeben_Sigi
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von SparenOderLeben_Sigi »

Okay danke euch schonmal! Der Hinweis auf § 292j EO war super, das kannte ich noch gar nicht. Hab kurz gegoogelt – stimmt, Österreich hat da tatsächlich einen eigenen Mechanismus. Der Grundbetrag liegt hier bei ca. 1.217 € netto (wird jährlich angepasst), der ist automatisch geschützt, man muss das nicht extra beantragen wie beim deutschen P-Konto. Heißt aber auch: Ich muss das mit meiner Bank direkt klären, und nicht irgendwo ein neues Konto aufmachen. Hab jetzt einen Termin bei der Erste Bank. Trotzdem interessant zu wissen wie das in Deutschland läuft – ich hab auch Klienten die sowas fragen ? (Sozialarbeiter, wie gesagt)
BuchhalterBodo_HB
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von BuchhalterBodo_HB »

Da der Thread nun auch für deutsche Leser relevant ist, möchte ich ein paar Punkte ergänzen, die häufig übersehen werden: - Das Umwandlungsrecht gilt für jedes bestehende Girokonto in Deutschland. Die Bank hat kein Ermessen – sie muss umwandeln. - Während der Umwandlungsphase (max. 4 Geschäftstage) läuft der Pfändungsschutz bereits rückwirkend ab Antragstellung. - Man kann nur ein einziges P-Konto in Deutschland führen. Wer mehrere hat, macht sich strafbar. - Den Freibetrag von 1.410,00 € (Stand 2024) kann man durch entsprechende Bescheinigungen erhöhen – z.B. bei Unterhaltspflichten oder Sozialleistungen. Zuständig sind Schuldnerberatungsstellen, Arbeitgeber, Sozialleistungsträger. Für österreichische Verhältnisse bin ich nicht zuständig – da stimme ich Vroni zu, Schuldnerberatung Österreich ist die richtige Anlaufstelle.
KreditkartenKlaudi
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von KreditkartenKlaudi »

Ich glaub mein Ex hat das mal bei der Comdirect (jetzt Commerzbank) gemacht und die haben ihm echt Stress gemacht ? Erst wollten die irgendein Formular das er selbst ausdrucken und unterschrieben einschicken sollte, dann war das Formular falsch, dann hat er 2 Wochen gewartet... Ich weiß nicht ob das Einzelfall war aber ich würd die eher meiden wenns eilig ist. ING dagegen hab ich nur Gutes gehört, die haben das angeblich wirklich smooth online abgewickelt. ?
P2P_Pessimist_Paul
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von P2P_Pessimist_Paul »

Ich find es ehrlich gesagt faszinierend, dass Banken bei sowas überhaupt noch Stress machen dürfen. Die müssen das gesetzlich tun und trotzdem wird gezögert, Formulare werden falsch erklärt, Mitarbeiter wissen von nichts... Als ob das System extra so designed wäre, dass Leute in der Krise nicht rechtzeitig Schutz kriegen. ? Praktischer Tipp aus dem, was ich so gelesen hab: Schriftlichen Antrag stellen (auch per E-Mail), Datum und Uhrzeit dokumentieren. Wenn die Bank den 4-Tage-Zeitraum überschreitet, hat man damit einen Nachweis. In extremen Fällen kann man die BaFin einschalten – das mögen Banken gar nicht.
VersicherungsVerdrossene
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von VersicherungsVerdrossene »

Ich wohn in Erfurt und hab das vor zwei Jahren bei der Volksbank gemacht. Persönlich hingegangen, hat insgesamt 20 Minuten gedauert. Die Frau am Schalter kannte den Vorgang gut, hat das direkt im System gemacht und mir eine vorläufige Bestätigung ausgedruckt. War echt überaschend unkompliziert, hatte mich auf mehr Kampf eingestellt. Mein Kumpel hat das gleiche bei der Postbank versucht und drei Wochen gebraucht weil die immer wieder was anderes wollten. Also: Volksbank/Raiffeisen oder Sparkasse vor Ort scheint oft besser zu klappen als die großen Privatbanken. Reine Erfahrungswerte.
Steuerflüsterin_Stefanie
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Re: P-Konto einrichten – welche Bank macht dabei am wenigsten Stress?

Beitrag von Steuerflüsterin_Stefanie »

BuchhalterBodo_HB schrieb:Den Freibetrag von 1.410,00 € kann man durch entsprechende Bescheinigungen erhöhen Das ist ein sehr wichtiger Punkt, der leider oft untergeht. Der Grundfreibetrag von 1.410 € gilt für Alleinstehende ohne weitere Verpflichtungen. Wer zum Beispiel ein Kind hat, für das er Unterhalt zahlt, kann den Freibetrag auf bis zu ca. 1.937 € (erstes Kind) anheben lassen. Die Bescheinigung dafür stellen aus: Arbeitgeber, Sozialleistungsträger (z.B. Jobcenter, Familienkasse), anerkannte Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen sowie Rechtsanwälte und Steuerberater. Das kostet bei einer Beratungsstelle oft nichts oder wenig – lohnt sich auf jeden Fall zu prüfen. Für den österreichischen Teil: Beim Bezirksgericht kann man eine Exekutionssache auch direkt ansprechen, die können manchmal pragmatische Zwischenlösungen ermöglichen. Aber wirklich: Schuldnerberatung.at – die sind kostenlos und kennen alle Tricks.
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