Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
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PKV_Probleme_Peter
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Re: Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
Danke für die vielen Antworten, das hilft echt weiter!
@VersicherungsVeronika2 – guter Hinweis mit den Kinderzulagen. Meine Kinder sind 2013 und 2016 geboren, also beide nach 2008 – macht jeweils 185 Euro, nicht 300. Hatte ich richtig im Kopf.
@FinanzFinn die 44% Förderquote hatte ich so nicht auf dem Schirm, das ist tatsächlich ein starkes Argument. Hab das gerade nochmal mit dem Finanztip-Rechner nachgespielt und komme auf ähnliche Zahlen.
Was mich noch umtreibt: Was passiert wenn ich in 10 Jahren den Job wechsle oder – worst case – mal ein paar Monate arbeitslos bin? Kann man den Riester-Beitrag dann einfach auf den Mindestbeitrag (60 Euro/Jahr) runterfahren ohne die Zulagen zu verlieren? Das wäre für mich ein Flexibilitätspunkt den ich noch nicht verstehe.
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Festgeld_Friederike
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Re: Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
Zur Frage von Peter bezüglich Flexibilität bei Jobwechsel oder Arbeitslosigkeit:
Ja, man kann den Riester-Vertrag beitragsfrei stellen oder auf den Sockelbeitrag von 60 Euro pro Jahr reduzieren. In diesem Fall erhält man jedoch nur anteilige Zulagen – die Förderung ist an den Mindesteigenbeitrag geknüpft. Bei Arbeitslosigkeit (ALG I) gilt man weiterhin als mittelbar förderberechtigt, sofern der Ehepartner unmittelbar berechtigt ist, oder man zählt als unmittelbar berechtigt wenn man freiwillig in die GRV einzahlt.
Das Kapital bleibt jedenfalls erhalten und die bisherigen Zulagen werden nicht zurückgefordert, solange der Vertrag nicht gekündigt wird. Eine Kündigung hingegen ist wirklich teuer – da haben Vorredner recht.
Ich selbst habe 2005 mit Riester begonnen und würde es wieder tun, allerdings damals unter anderen Bedingungen. Die Beitragsgarantie hat meinen Vertrag in den letzten Jahren gebremst, das muss man ehrlich sagen.
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Frührentner_Franz
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Re: Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
Ich war Beamter, also kein Riester – aber ich habe das Thema über die Jahre bei Kollegen und Verwandten aus nächster Nähe beobachtet.
Was ich sagen kann: Die, die am lautesten über Riester schimpfen, haben fast alle entweder einen schlechten Versicherungsmantel abgeschlossen oder haben den Vertrag zu früh gekündigt. Beides ist hausgemacht.
Was mich als außenstehenden Beobachter irritiert: Warum macht das kaum jemand als reinen Fondssparplan? Die Kostenunterschiede zwischen einem Riester-Fondssparplan und einer Riester-Rentenversicherung sind enorm. Bei manchen Versicherungen gehen 5-7% der ersten Jahresbeiträge als Abschlussprovision drauf. Das ist Wahnsinn.
Peter, wenn du's machst: Fondssparplan, Punkt. Und die Entscheidung nicht ewig aufschieben – jedes Jahr ohne Riester bei deinen Konditionen kostet dich real Geld.
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MieteOderKauf_Moritz
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Re: Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
Ich bin zwar kein Riester-Experte, aber ich hab letztes Jahr genau diese Abwägung gemacht – bin 31, keine Kinder, also schlechtere Förderquote als Peter. Bei mir hat's sich nach langer Rechnung nicht gelohnt, weil die Kinderzulagen fehlen und mein Grenzsteuersatz noch nicht so hoch ist.
Bei Peter sieht's aber deutlich besser aus. Die Kombination Grenzsteuersatz + zwei Kinder ist eigentlich genau die Zielgruppe für die Riester-Förderung. Ich würd's zumindest ernsthaft durchrechnen lassen, nicht nur grob überschlagen.
Einen Punkt noch: Wohn-Riester wäre auch eine Option falls du irgendwann kaufen willst. In Stuttgart... naja, viel Spaß bei den Preisen ? aber theoretisch kannst du das angesparte Kapital für Immobilienerwerb nutzen.
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VorruhestandsVogler
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Re: Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
Ich bin jetzt 61 und schaue auf meinen Riester-Vertrag von 2002 zurück. Abgeschlossen als Versicherungsmantel bei der Allianz – damals wusste man's nicht besser.
Ergebnis: Die Rendite ist mäßig. Aber – und das ist wichtig – die Zulagen und Steuervorteile über 22 Jahre haben trotzdem dafür gesorgt, dass ich real mehr rausbekomme als ich effektiv eingezahlt habe. Selbst mit dem schlechten Produkt.
Was ich dir mitgeben will: Mit einem ordentlichen Fondssparplan statt meinem Versicherungsmantel wäre das Ergebnis deutlich besser gewesen. Du hast den Vorteil, dass du heute weißt, was damals falsch gemacht wurde.
Und zum Thema "zu spät": Mit 38 hast du noch 22 Jahre. Ich hab mit Mitte 40 nochmal einen zweiten Sparvertrag eröffnet und der hat sich trotz kurzer Laufzeit gelohnt, weil der Steuervorteil im Spitzensteuersatz-Bereich brutal effektiv ist. Also nein, zu spät ist es nicht.
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Mod_Katharina
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- Registriert: Sa Sep 14, 2019 10:00 pm
Re: Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
Guter Thread, ich pinne den mal kurz für die Riester-Kategorie.
Ergänzend noch ein sachlicher Hinweis: Die hier genannten Zahlen (Zulagen, Freibeträge, Mindesteigenbeiträge) sind Stand 2024 korrekt, können sich aber ändern. Die Kinderzulage von 185 Euro bzw. 300 Euro für vor 2008 geborene Kinder gilt solange Kindergeld bezogen wird – das läuft bei Peters 11-Jährigem also noch ca. 7 Jahre (regulär bis 25 bei Studium), beim 8-Jährigen entsprechend länger.
Zum Wohn-Riester-Hinweis von @MieteOderKauf_Moritz: Das stimmt, aber Wohn-Riester hat eine eigene Komplexität (Wohnförderkonto, nachgelagerte Besteuerung im Alter). Das würde ich als separates Thema behandeln, nicht vermischen.
Ansonsten: Die Empfehlung Fondssparplan statt Versicherungsmantel zieht sich durch den Thread konsistent – das ist nach aktuellem Sachstand korrekt. ✔️
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AzubiAlexander_2021
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- Registriert: Di Aug 31, 2021 10:00 pm
Re: Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
krass dass hier so viele leute riester richtig gut durchblicken ? ich lern hier echt was. wenn ich mal mehr verdiene und kinder hab les ich den thread nochmal lol
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Tilgungsrechner_Theo
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- Registriert: Mi Jun 24, 2020 10:00 pm
Re: Riester mit 38 Jahren noch sinnvoll? Lohnt sich der Einstieg noch?
Sorry für den Late-Reply, aber ich wollte noch eine konkrete Ergänzung nachliefern nachdem ich selbst letzten Monat nochmal mit einem Honorarberater gesprochen habe:
Die DWS RiesterRente Premium hat aktuell ca. 1,4-1,6% laufende Kosten p.a., die UniProfiRente SELECT liegt ähnlich. Zum Vergleich: ein ETF-Sparplan auf den MSCI World kostet 0,2%. Das ist ein erheblicher Renditeunterschied über 22 Jahre, der durch die Förderung kompensiert werden muss.
Bei Peters Konstellation (hoher Grenzsteuersatz, zwei Kinder) wird die Förderung das wahrscheinlich überkompensieren – aber es ist keine Selbstverständlichkeit. Wer einen niedrigeren Steuersatz hat und keine Kinder, sollte das wirklich genau durchrechnen bevor er unterschreibt.