Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
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ETF-Henning
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Riestern_oder_nicht schrieb:775€ pro Jahr die der Staat einfach dazugibt
Das stimmt so, aber man muss fairerweise sagen: das Geld ist bis 67 eingesperrt, wird nachgelagert besteuert und die Flexibilität ist null. Für jemanden der aktiv Richtung FIRE plant, ist Riester strukturell eher hinderlich — du kommst da nicht ran wenn du mit 55 aufhören willst.
Ich würd's in Tobis Fall erst mal hinten anstellen und lieber den freien ETF-Sparplan hochziehen sobald die Sparrate wächst. Aber das ist Geschmackssache und Sebastians Punkt zu den Zulagen ist nicht falsch. ?
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DividendenDame_Dorothea
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Ich möchte die Diskussion um einen Aspekt erweitern, der für Familien mit Kindern oft unterschätzt wird: der Aufbau eines Depots auf die Kinder.
Wenn man frühzeitig für Kinder ein Depot eröffnet — z.B. bei der DKB oder comdirect als Kinderdepot — und dort bereits mit 25-50€/Monat einen thesaurierenden ETF besparte, hat man bei Volljährigkeit des Kindes einen erheblichen Grundstock. Das entlastet später die eigene Altersvorsorge, weil man nicht mehr für Ausbildung oder Studium der Kinder in die eigene Rentenkasse greifen muss.
Das ist kein FIRE-Instrument, aber es verhindert, dass man mit 55 das selbst aufgebaute Depot für Kinder-BAföG-Ergänzungen plündert.
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KarriereKletterer_Jo
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Ich bin zwar noch ohne Kinder und verdiene noch nicht so viel, aber eine Sache die ich aus dem Thread mitnehme: der Einkommensseite wird hier zu wenig Aufmerksamkeit gegeben.
@Geldschrauber_Tobi hast du mal geprüft ob du als KFZ-Mechatroniker mit Meister oder Zusatzqualifikation signifikant mehr verdienen könntest? Oder ob ein Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber (OEM, Zulieferer, BMW, Daimler in Stuttgart haben alle Werkstätten/Flotten) einen Unterschied macht? 500€ mehr netto/Monat wären 6.000€/Jahr mehr Sparpotenzial — das verändert dein FIRE-Datum drastischer als jede Optimierung auf der Ausgabenseite.
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Geldschrauber_Tobi
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
@KarriereKletterer_Jo ja den Meister hab ich tatsächlich schon, arbeite bei einem freien Betrieb. Habe schon überlegt ob ein Wechsel zu einem Autohändler-Konzern oder direkt zu einem OEM-Dienstleister was bringen würde. Mein Chef zahlt eigentlich fair für die Gegend, aber "fair für die Gegend" und "optimal" sind halt zwei verschiedene Sachen. Das ist ein guter Denkanstoß. ?
Insgesamt danke schon mal für die ganzen Antworten — ich hab ehrlich mehr Input bekommen als erwartet. Die BU ist jetzt erstmal ganz oben auf der Liste, da hab ich wirklich einen Fehler gemacht dass ich das so lange vor mir hergeschoben hab.
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NachhaltigNadine
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Ich werfe noch einen anderen Aspekt rein, der hier noch nicht kam: Energiekosten und Fixkosten-Audit. Klingt langweilig, ist es auch, aber bei 980€ Warmmiete in Stuttgart — habt ihr mal geprüft ob eure Nebenkosten stimmen? Heizkostenabrechnung überprüft, Stromanbieter verglichen?
Wir haben durch einen Anbieterwechsel beim Strom 180€/Jahr gespart, bei Gas nochmal 120€. Das sind 25€/Monat die einfach in den Sparplan fließen können ohne irgendwas aufzugeben. ?
Kein Game-Changer, aber jeder Euro zählt wenn man an der 300€-Sparraten-Grenze kratzt.
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PKV_Probleme_Peter
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Ich bin auch Stuttgarter und Alleinverdiener (wenn auch mit besserem Einkommen). Mein Beitrag: unterschätzt nicht die Mietentwicklung in Stuttgart. Wir zahlen für eine 4-Zimmer-Wohnung inzwischen 1.450€ warm und das war vor 3 Jahren noch 200€ günstiger. Wenn ihr bei 980€ seid — haltet das fest solange ihr könnt.
Das ist kein Finanz-Tipp im klassischen Sinne, aber wer in Stuttgart wohnt und bei einem Umzug 300€/Monat mehr Miete zahlt, hat seine komplette Sparrate vernichtet. Manchmal ist Nichtstun beim Wohnort die beste Finanzentscheidung. ?
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Nebenjob_Nathalie
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Hat noch jemand das Thema Nebeneinkommen angesprochen? ? Ich seh's nicht...
Ich weiß, mit zwei Kindern unter 5 ist "mach mal eben einen Nebenjob" leichter gesagt als getan. Aber gibt's irgendwas was du auch abends oder am Wochenende machen könntest? KFZ-Kenntnisse sind wertvoll — Leute suchen ständig jemanden der mal eben den TÜV vorbereitet, Bremsen prüft, Ölwechsel macht, ohne Werkstattstundensatz. Schwarzarbeit isses nicht wenn man's ordentlich anmeldet ?
Selbst 200-300€/Monat zusätzlich würden deine Sparrate verdoppeln bis verdreifachen. Kommt natürlich drauf an ob deine Frau das mitmacht dass du samstags in der Garage bist ?️
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RürupRudolf
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Ich möchte einen steuerlichen Gesichtspunkt beitragen, der in diesem Thread bislang nicht erwähnt wurde.
Mit zwei Kindern und Ehegatten-Splitting haben Sie als Alleinverdiener in Steuerklasse 3 bereits eine erhebliche Entlastung. Darüber hinaus: Prüfen Sie, ob die Beiträge zur Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Rentenversicherung vollständig in Ihrer Steuererklärung geltend gemacht werden. Viele Arbeitnehmer lassen hier Geld liegen, weil sie keine Steuererklärung abgeben oder sie unvollständig einreichen.
Allein durch vollständige Erfassung der Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen (Kinderbetreuungskosten bis 4.000€/Jahr je Kind absetzbar, §10 Abs.1 Nr.5 EStG) können bei Ihrer Konstellation leicht 400–700€ Steuererstattung pro Jahr entstehen, die Sie bislang möglicherweise nicht erhalten.
Das ist keine Gestaltung, das ist Ihr Recht.
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ZüriFinanzZara
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Ich schreibe aus der Schweiz und kann natürlich keine direkten Empfehlungen für Deutschland geben — aber der übergeordnete Punkt gilt überall: FIRE ist kein festes Ziel, es ist ein Spektrum.
Ich kenne viele Leute, die mit bescheidenerem Einkommen angefangen haben und durch konsequentes Vorgehen über 20 Jahre deutlich früher in finanzielle Unabhängigkeit eingetreten sind als ihre Gleichaltrigen — nicht mit 45, aber mit 58 statt 67. Das ist immer noch neun Jahre Lebensqualität gewonnen.
Was ich bei Ihrer Konstellation als wichtigsten Faktor sehe: die Konsistenz. 300€/Monat, die 20 Jahre lang investiert werden, schlagen 1.000€/Monat, die nur 5 Jahre lang fließen. Den Sparplan auch in schlechten Marktphasen weiterlaufen lassen — das klingt trivial, ist es aber offensichtlich nicht, denn die meisten tun es nicht.
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Frührentner_Franz
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Re: Mit 34 und zwei Kindern Richtung FIRE — machbar mit 2.500€ netto?
Ich war Beamter, also nicht eins zu eins vergleichbar — aber ich bin mit 58 aus dem Dienst. Was ich rückblickend sagen kann:
Der größte Fehler den ich beobachte ist, dass Menschen in eurer Lebensphase glauben, sie müssen erstmal "ankommen" bevor sie mit dem Sparen ernst machen. Die Kinder sind klein, das Einkommen ist eng, alles fühlt sich vorläufig an. Und dann sind plötzlich 10 Jahre weg.
Du hast mit 34 einen Riesenvorteil: du hast Zeit. Mehr als jemand der mit 44 anfängt und denkt er hole es auf. Den Sparplan nicht anfassen, BU abschließen, Frau zurück in die Arbeit wenn es geht — das sind die drei Dinge. Der Rest ist Lärm.