Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
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Quellensteuer_Quentin
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
Der Punkt von MedizinstudentMax_HH ist absolut zentral und wird von Anfängern häufig unterschätzt: Wallet-zu-Wallet-Transfers müssen korrekt klassifiziert werden. Das ist kein Steuertatbestand, wird aber von allen drei Tools zunächst als potenzielle steuerpflichtige Transaktion markiert, wenn der Zusammenhang nicht erkannt wird.
Bei Blockpit gibt es dafür eine relativ intuitive Funktion zum Verknüpfen eigener Wallets. Bei Cointracking muss man das manuell über Kostenstellenzuordnung lösen, was etwas umständlicher ist.
Für VersicherungsVeronika2 konkret: Da du Trade Republic und Coinbase nutzt und keine eigenen Wallets erwähnt hast, dürfte dieses Problem bei dir kaum auftreten. Das vereinfacht die Sache erheblich.
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KreditKritiker_Konrad
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
Ich bin da etwas skeptischer als die anderen hier. Die Tools sind gut und schön, aber am Ende trägt man selbst die Verantwortung gegenüber dem Finanzamt. Ein automatisch generierter Report entbindet einen nicht davon, die Zahlen zu verstehen und zu prüfen.
Ich hab selbst Blockpit getestet und war nicht unzufrieden, aber ich hab die Ergebnisse trotzdem nochmal manuell nachgerechnet. Bei zwei Transaktionen gab es kleine Abweichungen wegen unterschiedlicher Kursdaten — nichts dramatisches, aber es zeigt: blindes Vertrauen ist fehl am Platze.
Wer unsicher ist, sollte lieber 100-150 Euro in einen Steuerberater mit Krypto-Erfahrung investieren. Gibt inzwischen einige die sich da spezialisiert haben.
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StudentSpartipp_Sven
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
alter ich hab letztes Jahr einfach die Gratisvariante von Blockpit genutzt um zu checken ob ich überhaupt steuerpflichtige Gewinne hatte ? hatte ich nicht weil ich alles über ein Jahr gehalten hatte. also war das kostenlos für mich
tipp: erstmal mit der Gratis-Variante schauen ob überhaupt was zu versteuern ist, dann entscheiden ob man zahlt. spart u.U. komplett die Kohle ?
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VersicherungsVeronika2
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
Vielen Dank für die ganzen Antworten! Das hilft mir schon sehr weiter.
Ich werde es so machen wie StudentSpartipp_Sven vorschlägt: erst mal die Gratisvariante von Blockpit nutzen und schauen, was herauskommt. Da ich hauptsächlich über Trade Republic gehandelt habe und keine eigenen Wallets betreibe, sollte der Import laut euren Aussagen unkompliziert sein.
Eine Nachfrage noch: Hat jemand Erfahrung damit, den fertigen Blockpit-Report direkt in ELSTER einzupflegen? Oder muss man da die Zahlen manuell übertragen?
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BuchhalterBodo_HB
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
Zur Nachfrage von VersicherungsVeronika2: Eine direkte ELSTER-Schnittstelle gibt es bei keinem der drei Tools. Du bekommst einen PDF-Report mit den relevanten Zahlen (Veräußerungsgewinne/-verluste, Haltedauer, Freigrenze etc.) und trägst diese dann manuell in die Anlage SO in ELSTER ein.
Das klingt aufwendiger als es ist. Bei 50–80 Transaktionen mit nur zwei Exchanges sind es am Ende meist nur wenige Zeilen in der Anlage SO. Der Report zeigt dir genau, welche Summen wohin gehören. Das schafft man in 15 Minuten.
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KontoWechselKlaus
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
ich hab cointracking schon seit 2021 und bin eigentlich zufrieden, aber ich würd heute warscheinlich blockpit nehmen wenn ich neu anfangen würde. cointracking hat so viele features das man gar nit weis wo man anfangen soll ?
für jemanden der neu dabei ist: blockpit. einfach blockpit.
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VersicherungsVormund_Vol
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
Ich möchte noch einen Aspekt ergänzen, der bislang nicht erwähnt wurde: die Datenschutzfrage.
Alle drei Tools — Koinly, Cointracking, Blockpit — verarbeiten sensible Finanzdaten auf externen Servern. Koinly hat seinen Hauptsitz außerhalb der EU (Zypern/Malta), was für manche Nutzer datenschutzrechtlich relevant sein könnte. Blockpit ist österreichisch und damit EU-konform. Cointracking ist deutsches Unternehmen aus Nürnberg, ebenfalls EU-konform.
Für die meisten Nutzer ist das vermutlich kein entscheidendes Kriterium, aber ich halte es für erwähnenswert — gerade im Kontext einer Steuerplattform, auf der man vollständige Portfoliodaten hochlädt.
Meine persönliche Empfehlung für den beschriebenen Anwendungsfall: Blockpit, aus den genannten Gründen plus Datenschutz.
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BeritausHamburg
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
Ich bin zwar kein Krypto-Profi, aber ich nutze Blockpit seit zwei Jahren und kann nur Positives berichten ? Die haben auch einen guten deutschsprachigen Support per E-Mail — das hat mir damals sehr geholfen als ich nicht wusste wie ich meine Transaktionen von Bitpanda richtig importiere.
Was ich besonders schätze: es gibt auf deren Webseite wirklich verständliche Erklärungen zu den deutschen Steuerregeln. Auch für Nicht-Experten gut lesbar ☺️
@VersicherungsVeronika2 du machst das schon, keine Sorge! Mit Trade Republic und Coinbase ist das wirklich überschaubar.
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DispoZinsHasser_Dierk
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
lol ich hab letztes jahr drei stunden mit cointracking gekämpft und dann einfach aufgegeben und meinem bruder 50 euro gegeben damit er das macht ?? der hat irgendwas studiertes
ernsthaft mal: blockpit soll laut ihm auch viel einfacher sein. er hat gesagt cointracking ist 'für leute die spaß an schmerzen haben' ?
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BausparkritikBernadette
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Re: Eure Erfahrungen mit Krypto-Steuertools 2025 — Koinly, Cointracking oder Blockpit?
Ich möchte hier eine juristische Perspektive einbringen, die m.E. unterrepräsentiert ist.
Die von diesen Tools erzeugten Steuerreports haben keine rechtliche Bindungswirkung gegenüber dem Finanzamt. Das klingt selbstverständlich, wird aber häufig missverstanden. Die Verantwortung für die Richtigkeit der Steuererklärung liegt ausschließlich beim Steuerpflichtigen. Ein Tool-generierter Report ist ein Hilfsmittel, kein Freifahrtschein.
Konkret bedeutet das: Sollte das Finanzamt im Rahmen einer Betriebsprüfung oder Nachfrage die Berechnungsgrundlagen anfordern, muss man in der Lage sein, die Ergebnisse des Tools nachzuvollziehen und zu belegen — durch Transaktionshistorien der Exchanges, Kontoauszüge et cetera. Diese Originalbelege sollte man unbedingt archivieren, unabhängig davon welches Tool man nutzt.
Das spricht nicht gegen die Nutzung solcher Tools — im Gegenteil, sie erleichtern die Arbeit erheblich. Aber das Bewusstsein für die eigene Verantwortung sollte vorhanden sein.