Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
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Quellensteuer_Quentin
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Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
So, nach etwa 14 Monaten konsequentem Sparen ist es soweit: Ich habe meinen Notgroschen von ungefähr 3 Nettomonatsgehältern beisammen. Für mich als Bankkaufmann ist das irgendwie doppelt befriedigend, weil ich täglich Kunden berate, die genau das nicht haben – und jetzt sitze ich selbst da und frage mich: Wo parke ich das Geld eigentlich am sinnvollsten?
Meine bisherige Situation: Das Geld liegt gerade noch auf meinem normalen Girokonto bei der Sparkasse Mainz, also faktisch zu 0 % Zinsen. Das ist natürlich Quatsch und soll sich ändern.
Meine Überlegungen bisher:
- Tagesgeld – klassisch, flexibel, jederzeit verfügbar. Aktuell bekommt man bei einigen Direktbanken noch 3,x % p.a. Aber die Konditionen schwanken, und Neukundenangebote laufen nach 3-6 Monaten aus.
- Kurzläufer-Festgeld – z.B. 3 oder 6 Monate. Etwas mehr Zins, aber eben nicht täglich verfügbar. Für einen Notgroschen eigentlich suboptimal?
- Geldmarkt-ETF – klingt interessant, aber ich bin unsicher, ob das für Notgroschen-Zwecke wirklich passt. Depotkosten, Abwicklungszeiten, Kursschwankungen – ist das nicht zu viel Aufwand für Liquiditätsreserve?
Was macht ihr mit eurem Notgroschen? Habt ihr ihn aufgeteilt? Rein Tagesgeld? Oder schon mal was anderes ausprobiert, das sich bewährt hat?
Bin gespannt auf eure Erfahrungen – gerade auch von Leuten, die nicht im Finanzbereich arbeiten und einfach eine pragmatische Lösung gesucht haben.
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HannahHaushaltet
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Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
Hey Quentin, Glückwunsch erstmal! ? 3 Monatsgehälter ist ne echte Leistung, ich weiß wie lang das dauern kann.
Ich hab meinen Notgroschen seit letztem Jahr bei der Trade Republic auf dem Zinskonto. Die zahlen aktuell 3,25 % p.a. (Tagesgeld-ähnlich, täglich verfügbar), und das ist kein befristetes Neukundenangebot – zumindest war's das bei mir nicht. Ich fand das unkompliziert, App-Bedienung ist simpel und die IBAN ist eine normale DE-IBAN, also kein Gefummel beim Überweisen.
Festgeld würd ich für den Notgroschen persönlich nicht nehmen. Wenn das Ding dann wirklich mal gebraucht wird – kaputte Waschmaschine, Auto springt nicht an – will ich nicht 3 Wochen auf mein Geld warten müssen. ?
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HamburgerHaushalt_Hanne
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Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
Herzlichen Glückwunsch! Ich sag immer: Notgroschen ist das Fundament, alles andere kommt danach ?
Ich mach das ganz simpel – DKB Tagesgeld. Bin schon ewig Kundin da und die zahlen gerade 2,something %, is nciht das höchste aber ich kenn die Seite, ich kenn die App, ich stress mich nicht. Für mich ist Notgroschen nämlich auch Seelenfrieden und kein Renditeobjekt.
Wenn ich jetzt jedes halbe Jahr woanders hinwechsle wegen 0,3 % mehr... nee. Da lass ich das lieber.
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VersicherungsVerdrossene
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Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
Geldmarkt-ETF für den Notgroschen? Ich sag mal so – theoretisch geht das, aber ich würd's nicht machen. Wenn du wirklich in der Klemme bist (Job weg, Krankheit, whatever), willst du nicht erst 3 Werktage warten bis der ETF-Verkauf abgewickelt ist und das Geld auf dem Konto liegt. Und dann noch die Abgeltungssteuer auf eventuelle Kursgewinne.
Der psychologische Aspekt zählt auch: Notgroschen soll da sein, sofort, ohne Nachdenken. Kein Depot aufmachen, kein Kurs checken. Tagesgeld macht das eben einfach.
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PfennigfuchserPaul_OWL
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Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
ich mach das so: die hälfte tagesgeld (ING, gibts grad 3% glaub ich), die andere hälfte liegt auf nem extra girokonto das ich nur für notfälle hab. klingt bescheuert aber das extra konto ist psychologisch für mich wichtig – ich geh da nicht dran, Punkt ?
festgeld für notgroschen ist so ne sache... hab ich mal gemacht, hat sich dann einmal nicht gelohnt weil die waschmaschine kaputt ging und ich das geld 4 wochen nciht ranholen konnte. nie wieder.
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NachzahlerNadja
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Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
Quentin, du hast die Geldmarkt-ETF-Frage schon gut selbst eingeschätzt. Ich ergänze noch einen steuerlichen Aspekt: Geldmarkt-ETFs wie der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap UCITS ETF (thesaurierend) unterliegen der Vorabpauschale – das ist zwar kein Weltuntergang, aber es ist eben doch ein kleiner Verwaltungsaufwand mehr als Tagesgeld, wo die Zinsen direkt versteuert werden und gut ist.
Für eine Liquiditätsreserve, die wirklich liquide sein soll, ist Tagesgeld die sauberste Lösung. Ich nutze die Consorsbank – kein Neukundenbonus-Spielchen mehr, aber verlässliche Basisverzinsung. Wer maximalen Zins will, muss halt alle 6 Monate rotieren, das ist dann aber fast schon ein Hobby.
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BausparkassenBernd
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- Registriert: Mi Sep 16, 2020 10:00 pm
Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
Ich weiß, ich weiß – gleich kommt wieder der Bausparer-Witz ? Aber im Ernst: Für den Notgroschen ist Bausparen natürlich nicht die richtige Antwort, das geb ich zu. Da braucht man Flexibilität.
Was ich meinen Kunden (ja, ich bin Versicherungsmensch) aber oft rate: nicht alles auf ein Institut. Falls mal eine Bank in Schieflage gerät – Stichwort Einlagensicherung 100.000 € pro Institut – ist das zwar bei 3 Monatsgehältern kein echtes Risiko. Aber die Gewohnheit, Anbieter zu diversifizieren, ist grundsätzlich nicht verkehrt.
Und wer sagt, 3 Monatsgehälter reichen als Notgroschen? Bei Selbstständigen empfehle ich eher 6. Aber das ist ein anderes Thema.
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Dividenden_Dieter
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- Registriert: Do Mai 21, 2020 10:00 pm
Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
Ich sehe das pragmatisch: Der Notgroschen ist kein Renditeobjekt. Wer versucht, aus der Liquiditätsreserve noch 0,5 % mehr herauszuquetschen, verliert dabei mehr Zeit und Nerven als er gewinnt.
Meine Aufteilung: zwei Drittel Tagesgeld (aktuell bei der ING, 3,0 % p.a. Bestandskunde), ein Drittel auf einem separaten Girokonto ohne Karte – das ist mein "sofort greifbares" Geld. Den Rest investiere ich in Dividendentitel, aber das hat mit dem Notgroschen nichts zu tun.
Zum Geldmarkt-ETF: Ich halte davon für diesen Zweck nichts. T+2 Abwicklung plus Banküberweisung, das sind im Notfall schnell 4-5 Werktage. In einer echten Krise ist das zu lang.
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GratisGiroGregor
- Beiträge: 13
- Registriert: Mi Sep 29, 2021 10:00 pm
Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
@Dividenden_Dieter T+2 stimmt so pauschal nicht mehr ganz – bei manchen Brokern und dem richtigen ETF geht das schneller, aber du hast recht, dass es für Notgroschen-Zwecke trotzdem ungemütlich ist. ?
Ich nutz Trade Republic fürs Tagesgeld, einfach weil ich da eh mein Depot hab. 3,25 % ohne Befristung, täglich raus wenn nötig. Mehr brauch ich da nicht nachdenken.
Was mich immer wundert: Leute parken ihren Notgroschen jahrelang auf dem Girokonto zu 0 % und kommen dann hier ins Forum wenn sie 50 € Kontoführungsgebühr zahlen sollen. Prioritäten, Leute! ?
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Quellensteuer_Quentin
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- Registriert: So Mär 21, 2021 11:00 pm
Re: Endlich Notgroschen aufgebaut – wo parkt ihr eure 3 Monatsgehälter?
Danke für die vielen Antworten! Ich fass kurz zusammen was ich mitnehme:
- Festgeld fällt raus – zu unflexibel für echte Notfälle, das hab ich eigentlich schon gewusst aber jetzt bin ich sicher
- Geldmarkt-ETF: interessant für größere Liquiditätspuffer, aber für den klassischen Notgroschen suboptimal (Abwicklungszeit, Steuer)
- Trade Republic und ING werden mehrfach genannt – schaue ich mir an
@NachzahlerNadja der Vorabpauschale-Hinweis war gut, daran hatte ich tatsächlich nicht gedacht. Klingt banal, aber als Bankkaufmann denke ich bei ETFs halt primär an Aktienfonds, nicht an Geldmarktfonds.
Tendiere gerade zu: Hauptteil auf Trade Republic Zinskonto (weil kein Neukundenbonus-Ablaufdatum), kleinen Puffer auf dem bestehenden DKB-Girokonto das ich sowieso hab. Mal schauen.