Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
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NullzinsNervensäge
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
Na, da hat @VerbraucherzentraleVinzenz mal wieder den entscheidenden Punkt gesetzt. Der § 8 EinSiG ist wirklich sowas von unterbelichtet in der öffentlichen Wahrnehmung — ich habe in meinen 30 Jahren bei der Bank keinen einzigen Kunden erlebt, der das von sich aus wusste.
Ergänzend: Die 6-Monatsfrist läuft auch dann weiter, wenn Sie das Geld auf ein anderes Konto bei derselben Bank umbuchen. Sie müssen also nicht auf Ihrem Girokonto bleiben. Sobald Sie es auf eine andere Bank transferieren, erlischt der erhöhte Schutz für den transferierten Betrag natürlich.
Was mich an dieser Diskussion etwas stört: Alle reden über Sicherheit, aber kaum jemand fragt, ob das Geld wirklich 3–5 Jahre nur auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten liegen soll. Bei der aktuellen Inflation verliert man real Kaufkraft, auch wenn nominal Zinsen fließen. Das nur als Denkanstoß — ich will hier keine Aktienberatung machen, aber es sollte zumindest erwähnt werden.
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RürupRechnerRalf
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
@NullzinsNervensäge spricht einen wichtigen Punkt an. Bodo, du schreibst, das Geld soll ggf. für eine neue Immobilie oder als Altersvorsorge dienen. Das sind zwei sehr unterschiedliche Szenarien mit unterschiedlichen Anforderungen an Liquidität und Sicherheit.
Wenn ein Teil des Geldes wirklich langfristige Altersvorsorge ist und du die Liquidität nicht brauchst: Dann könnten breit gestreute ETF-Sparpläne oder ein einmaliger ETF-Kauf über einen etablierten Broker (z.B. Comdirect oder Trade Republic) für einen Teil des Betrages sinnvoll sein. 50k in ETFs, 100k in Einlagen — das wäre eine klassische Aufteilung für jemanden in deiner Lebenssituation.
Aber das weißt du als Buchhalter vermutlich selbst. Ich will nur darauf hinweisen, dass „sicher" und „kein Verlustrisiko" zwei verschiedene Dinge sind. Ersteres kann man mit ETFs erreichen (diversifiziert, kein Emittentenrisiko wie bei Zertifikaten), Letzteres nur mit Einlagensicherung.
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Haushaltsbuch_Hannelore
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
Ich hör mir das alles an und denk: Mensch, wie kompliziert machen wir das eigentlich. ?
Ernsthaft — ich hab nach dem Tod meines Vaters auch eine größere Summe geerbt und erstmal komplett überfordert war. Am Ende wars gar nicht so wild: Sparkasse für den einen Teil (die haben dieses institutsbezogene Sicherungssystem, das @BausparkritikBernadette erklärt hat), ING für den anderen. Fertig. Gut geschlafen seitdem.
Der Tip mit der vorübergehenden Erhöhung auf 500k nach Immobilienverkauf ist übrigens Gold wert. Das hätte ich damals auch gebrauchen können, wir hatten das Erbgeld erstmal alles auf einem Konto und haben uns Wochen gesorgt.
Bodo, du machst das schon. Als Buchhalter weißt du ja wie man Risiken aufteilt. ?
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FINANZflüsterin_Fiona
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
Ich möchte noch eine praktische Checkliste zusammenfassen, die sich aus dem Thread ergibt — für Bodo und alle, die später suchen:
- Sofortmaßnahme: § 8 EinSiG prüfen — nach Immobilienverkauf besteht vorübergehend erhöhter Schutz bis 500.000 € für 6 Monate. Nachweis (Kaufvertrag) bei der Bank einreichen.
- Mittelfristig: Aufteilung auf mindestens zwei Institute. Empfehlung: je 75.000 € bei zwei verschiedenen Banken (z.B. ING + DKB oder ING + Comdirect).
- Produktwahl: Wenn Zeithorizont unklar — mindestens 50 % Tagesgeld für Liquidität, Rest Festgeld für bessere Zinsen. Nicht alles binden.
- Steuer: Freistellungsauftrag aufteilen (max. 1.000 € gesamt für Singles, 2.000 € für Verheiratete). Auf beide Konten aufteilen, z.B. 500 € je Bank.
- Sicherungssystem prüfen: Bei EU-Auslandsbanken (z.B. über Weltsparen) schauen, welches nationale System greift. Nur Länder mit stabilen Systemen wählen.
Zu @RürupRechnerRalf: Die Frage ETF vs. Einlage ist legitim, aber Bodo hat klar nach Sicherheit gefragt. Das ist eine separate Entscheidung, die er bewusst treffen sollte — nicht als Standardempfehlung.
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NachzahlerNadja
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
@FINANZflüsterin_Fiona sehr gute Zusammenfassung. Ich würde noch einen Punkt ergänzen, der steuerlich relevant ist und oft übersehen wird:
Wenn Bodo verheiratet ist oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, kann er bei manchen Banken ein Gemeinschaftskonto nutzen — dort gilt die Einlagensicherung pro Person, also 200.000 € gesetzlicher Schutz auf einem Konto. Das kann die Kontoeröffnung bei einer zweiten Bank ersparen.
Allerdings hat das zivilrechtliche Konsequenzen (Zugriff beider Parteien, Schenkungssteuer-Fragen bei ungleichen Einlagen etc.), daher sollte man das nur tun, wenn die rechtlichen Implikationen klar sind. Im Zweifelsfall lieber zwei Einzelkonten.
Und nochmal zu Revolut und N26: Für den Hauptbetrag würde ich das nicht empfehlen. Nicht weil die schlecht sind, sondern weil die Kundenbetreuung im Problemfall deutlich schwieriger ist als bei einer Filialbank oder etablierten Direktbank. ?
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KreditBremse_Kira
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
okay ich bin BWL-Studentin und hab das hier alles gelesen und wow... ich hab echt was gelernt heute lol ?
der § 8 EinSiG tipp von @VerbraucherzentraleVinzenz ist krass, das steht sogar in unserem Lehrbuch aber kein Mensch redet drüber in der Praxis. danke für den thread Bodo, auch wenn du eigentlich nur für dich gefragt hast ?
eine frage hätte ich noch: gilt die 6-monatsfrist auch wenn man das geld erstmal auf ein tagesgeldkonto bei einer anderen bank überweist? oder nur bei der hausbank wo die zahlung ankam?
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VerbraucherzentraleVinze
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
@KreditBremse_Kira Eine gute Frage, die ich gerne beantworte.
Die vorübergehend erhöhte Einlagensicherung nach § 8 EinSiG gilt für das Institut, bei dem der entsprechende Betrag eingeht. Wenn Sie also den Erlös aus dem Immobilienverkauf zunächst auf Ihr Girokonto bei Bank A erhalten und ihn anschließend auf ein Tagesgeldkonto bei Bank B überweisen, startet die 6-Monatsfrist für Bank B neu — vorausgesetzt, der Verwendungszweck und die Herkunft des Geldes sind dokumentiert und nachweisbar.
Es empfiehlt sich daher, bei jedem Institut, bei dem man den Betrag anlegt, einen entsprechenden Nachweis zu hinterlegen. Ein Notarvertrag oder Kontoauszug mit dem eingehenden Betrag und dem Vermerk „Immobilienverkauf" reicht in der Praxis aus.
Ich rate außerdem, die aktuelle Fassung des EinSiG sowie die einschlägigen BaFin-Merkblätter zu lesen — diese sind kostenlos auf der BaFin-Webseite verfügbar unter bafin.de.
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BuchhalterBodo_HB
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
Ich möchte mich abschließend bei allen Beteiligten herzlich bedanken. Dieser Thread hat mir mehr gebracht als ich erwartet hatte.
Mein vorläufiger Plan, der sich aus der Diskussion ergibt:
- Sofort: § 8 EinSiG bei meiner Hausbank geltend machen und Kaufvertrag einreichen. Das gibt mir Ruhe für die nächsten 6 Monate.
- In den nächsten Wochen: Tagesgeldkonto bei der ING (75.000 €) und Festgeldkonto bei der DKB für 12 Monate (50.000 €) eröffnen. Den Rest als Reserve auf der Hausbank.
- Freistellungsaufträge entsprechend aufteilen — danke @FreistellungsauftragFred.
- Die Frage ETF für einen Teil des Geldes nehme ich separat in Angriff, wenn die unmittelbare Sicherheitsfrage geklärt ist.
Besonderer Dank gilt @VerbraucherzentraleVinzenz für den Hinweis auf die vorübergehend erhöhte Einlagensicherung — das war mir vollkommen unbekannt und ist in meiner Situation unmittelbar hilfreich.
Mit freundlichen Grüßen,
Bodo
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Teilzeit_Tanja_Invest
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Re: Einlagensicherung über 100.000 € — wie verteile ich 150.000 € Erspartes wirklich sicher?
Hab das neulich auf https://finalarm.de nachgeschaut, die haben die Konditionen recht übersichtlich aufgelistet — lohnt sich ein Blick bevor man irgendwo unterschreibt.