Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Vergleiche, Erfahrungen und Fragen zu Kreditkarten (Visa, Mastercard, DKB, Hanseatic etc.)
WG_Kassenführer_Wim
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Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von WG_Kassenführer_Wim »

Yo, ich kauf seit nem halben Jahr regelmäßig in US-Shops ein – hauptsächlich Klamotten und Tech-Kram, mal eben 50–200 USD pro Monat. Jetzt hab ich mir meine Kreditkartenabrechnungen angeschaut und gemerkt, dass ich irgendwie mehr zahle als der Wechselkurs hergibt ? Ich hab gerade die DKB Visa (Studentenkonto) und die berechnet angeblich 0% Fremdwährungsgebühr. Trotzdem kommt mir der Betrag immer einen Tick zu hoch vor. Hab dann mal gegoogelt und bin auf den Begriff "Währungsumrechnungsaufschlag" gestoßen – ist das dasselbe oder was anderes? Ich hab auch schon Revolut, Wise und die Barclays Visa auf dem Schirm. Bei Revolut soll es ja Limits geben, ab denen dann doch was anfällt, und bei Wise ist es glaub ich auch nicht ganz kostenlos? Barclays hab ich ehrlich gesagt kaum Infos dazu gefunden. Was ich wissen will: – Welche Karte habt ihr selbst für USD-Käufe und was zahlt ihr wirklich? – Gibt's Karten, die wirklich KEINEN Aufschlag auf den EZB-Kurs oder Mastercard/Visa-Kurs machen? – Und bei Karten mit "0% Gebühr" – kann der Anbieter trotzdem am Kurs drehen? Bin Student, kein Geschäftskonto oder so, also bitte nix mit 150€ Jahresgebühr ? Danke schonmal!
VorruhestandsVogler
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von VorruhestandsVogler »

Gute Frage, die ich mir vor einigen Jahren selbst gestellt habe. Lass mich das etwas auseinandernehmen: Fremdwährungsgebühr und Wechselkursaufschlag sind zwei verschiedene Dinge. Eine Karte kann offiziell 0% Fremdwährungsgebühr haben – und trotzdem einen eigenen Wechselkurs verwenden, der ungünstiger ist als der Referenzkurs von Mastercard oder Visa. Das ist die Lücke, durch die manche Anbieter kriechen. Der Mastercard- bzw. Visa-Wechselkurs ist in der Praxis sehr nah am EZB-Mittelkurs – meist nur 0,1–0,3% daneben. Wenn deine DKB diesen Kurs direkt weitergibt und keine eigene Marge drauflegt, sollte das eigentlich sehr günstig sein. Ich würde empfehlen, eine konkrete Transaktion nachzurechnen: Betrag in USD × Mastercard-Tageskurs (abrufbar auf mastercard.com/currencyconversion) und dann mit deiner Abrechnung vergleichen. Meine persönliche Empfehlung für deinen Anwendungsfall: Barclays Visa (kostenlos, keine Jahresgebühr, wirklich 0% Aufschlag auf den Visa-Kurs) oder die Hanseatic Bank GenialCard. Beide habe ich selbst für Auslandsausgaben genutzt.
NeobrokernNino
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von NeobrokernNino »

bro ich zahl für alles mit Revolut und ist cringe wie viel leute sich da aufregen ? solang du unter 1000€/Monat bleibst hast du keinen aufschlag, danach sind's 0,5% – für 50-200 USD checkst du das nicht mal ? außerdem der Wechselkurs bei Revolut ist eigentlich immer besser als bei den normalen banken lmao. hab mal verglichen, war deutlich besser als meine alte sparkasse karte
GiroGeizhals_Gretel
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von GiroGeizhals_Gretel »

@NeobrokernNino das stimmt nur unter der Woche! Am Wochenende dreht Revolut nämlich einen Aufschlag von 1% rein, weil die Devisenmärkte zu sind. Hab ich selbst erlebt als ich samstags was in nem amerikanischen Shop bestellt hab – war deutlich mehr als erwartet. Ich nutze seit nem Jahr die Barclays Visa und bin ehrlich gesagt zufrieden. Keine Jahresgebühr, kein Quatsch. Einziger Nachteil: du brauchst Bonitätsprüfung, und als Student kriegst du vieleicht nur ein niedriges Limit. Aber für Online-Einkäufe reicht das locker.
NüchternerNikolai
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von NüchternerNikolai »

Zur Präzisierung, weil hier einige Dinge vermischt werden: 1. Fremdwährungsgebühr (FX Fee): Ein fixer Prozentsatz, den der Kartenaussteller auf jede Transaktion in Fremdwährung erhebt. Bei DKB, Barclays Visa und einigen anderen: 0%. 2. Wechselkursmarge: Der Anbieter verwendet einen eigenen Kurs statt des Interbanken- oder Kartennetzwerkkurses. Hier verdienen manche Banken still und heimlich. Das ist regulatorisch in der EU zulässig, solange der Kurs vor der Transaktion angezeigt wird. 3. Dynamic Currency Conversion (DCC): Wenn ein Händler anbietet, in Euro abzurechnen statt in USD – immer ablehnen. Dabei wählt der Händler den Kurs, nicht das Kartennetzwerk. Aufschläge von 3–5% sind üblich. Die DKB Visa gibt den Mastercard-Nettokurs weiter, ohne eigene Marge. Wenn deine Abrechnung trotzdem abweicht, prüfe zuerst ob DCC im Spiel war.
FrugalistFlorian_HB
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von FrugalistFlorian_HB »

Ich kaufe regelmäßig bei US-Shops (hauptsächlich Bücher und Software), also kenne ich das Problem gut. Konkret mein Setup: Barclays Visa als Hauptkarte für alles in Fremdwährung. Ich hab die letzten 6 Monate penibel nachgerechnet – der abgerechnete EUR-Betrag weicht vom Mastercard-Referenzkurs am Buchungstag im Schnitt um 0,12% ab. Das ist im Bereich der normalen Kursschwankung zwischen Transaktions- und Buchungsdatum, nicht eine Gebühr. Zum Vergleich: meine alte Comdirect Visa hatte 1,75% drauf. Bei 1.500 USD/Jahr macht das ~25€ Unterschied – kein Vermögen, aber warum zahlen wenn nicht nötig? Wise würde ich für reine Online-Einkäufe nicht empfehlen – du zahlst bei jeder Konvertierung eine kleine Gebühr (meist 0,4–0,6% je nach Währungspaar). Für Überweisungen nach USA super, für Kartenzahlungen weniger ideal.
MinuszeichenMirko
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von MinuszeichenMirko »

lol ich hab einfach meine N26 genommen weil die auch 0% sagen aber dann hab ich gemerkt das die in der kostenlosen version gar keine Fremdwähurngs transaktionen mehr ohne aufschlag machen ?? 3 mal am monat kostenlos und dann 1,7% wtf bin dann auf Revolut umgestiegen, @NeobrokernNino hat recht für die mengen die wir beide kaufen ist das vollkommen ok
FreiheitsfondsFrederike
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von FreiheitsfondsFrederike »

Ich glaub der wichtigste Punkt wurde von @NüchternerNikolai schon genannt aber ich will das nochmal für Wim konkret runterbrechen: Bei Online-Shops in den USA kommt DCC eigentlich kaum vor – das ist eher ein Problem an physischen Terminals. Also fällt das für deinen Use Case fast weg. Was ich selbst nutze: Barclays Visa (kostenlos, unbegrenzt 0% FX, Visa-Kurs ohne Aufschlag) für alle USD-Käufe. Hab die letzten Monate Beträge zwischen 30 und 300 USD gezahlt, nie einen Aufschlag bemerkt der über normale Kursschwankung hinausgeht. Kleiner Tipp noch: Schau auf deiner DKB-Abrechnung ob der Kurs angegeben ist. Wenn ja, vergleich den mit dem Mastercard-Währungsrechner für das Buchungsdatum. Dann siehst du sofort ob DKB irgendwas draufschlägt oder nicht. Ich tippe: nix. ?
WG_Kassenführer_Wim
Beiträge: 12
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von WG_Kassenführer_Wim »

Okay krass, das hat mir echt geholfen! Hab gerade mal nachgerechnet wie @VorruhestandsVogler und @FreiheitsfondsFrederike das empfohlen haben. Ergebnis: DKB gibt tatsächlich den Mastercard-Kurs 1:1 weiter, die Abweichung bei meinen letzten 3 Transaktionen war maximal 0,08%. Das war also kein Aufschlag sondern einfach der Unterschied zwischen Transaktionstag und Buchungstag. Ich hab mich selbst verarscht ? Trotzdem werde ich mir die Barclays Visa beantragen – einfach weil die DKB mein Hauptkonto ist und ich ungern alle Eier in einen Korb leg. Danke für den Hinweis mit DCC, das kannte ich gar nicht, wieder was gelernt ?
VorruhestandsVogler
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Re: Kreditkarte Fremdwährungsgebühr 0% – wo stecken trotzdem versteckte Kosten?

Beitrag von VorruhestandsVogler »

Freut mich, dass die Rechnung Klarheit gebracht hat. Zur Barclays: Beantrage sie rechtzeitig, die Bearbeitung dauert manchmal 2–3 Wochen. Und lies die Bedingungen zum Kreditrahmen kurz durch – als Student kann der anfangs niedrig sein, aber für Online-Einkäufe in deiner Größenordnung reicht das problemlos.
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