Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
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RenditeRechner_Raimund
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Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
Guten Tag zusammen,
ich nutze das Klarna Tagesgeldkonto nun seit gut zwei Jahren und bin grundsätzlich zufrieden — die Abwicklung funktioniert problemlos, die Einlagensicherung über Schweden ist bekannt und die App macht keinen schlechten Eindruck. Soweit so gut.
Was mich jedoch zunehmend beschäftigt: Der aktuelle Zinssatz liegt bei mir als Bestandskunde deutlich unterhalb dessen, was ich derzeit als Neukunden-Angebote bei anderen Anbietern sehe. Trade Republic wirbt aktuell mit 3,25 % auf das Verrechnungskonto, die DKB hat ihr Tagesgeld zuletzt ebenfalls angehoben, und Anbieter wie Hanseatic oder Barclays locken regelmäßig mit Aktionszinsen für neue Kunden.
Klarna zahlt mir derzeit — wenn ich das korrekt ausgerechnet habe — etwas um die 2,75 % auf mein Guthaben. Das ist nicht katastrophal, aber bei einem Betrag von beispielsweise 40.000 Euro macht der Unterschied von einem halben Prozentpunkt über das Jahr hinweg immerhin 200 Euro aus. Als Steuerberater bin ich es gewohnt, solche Differenzen ernst zu nehmen.
Meine Frage an die Runde: Haben andere Bestandskunden ähnliche Erfahrungen mit Klarna gemacht? Und wer hat bereits gewechselt — war der Aufwand verhältnismäßig oder hat man sich am Ende geärgert? Ich bin für sachliche Einschätzungen dankbar.
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TagesgeldTanja_FFM
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Re: Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
Hallo Raimund, das kenne ich gut — das klassische Bestandskundenproblem. Fast jede Bank macht das so: Neukunden kriegen den Sahnezins, und wer schon drin ist, schaut in die Röhre.
Ich hab selbst vor ein paar Monaten von einem ähnlichen Konstrukt zu Trade Republic gewechselt, und ja — der Aufwand ist überschaubar. Konto eröffnen, Verifizierung per Video-Ident, dann einfach überweisen. Dauert keine zwei Wochen bis alles läuft. Bei Trade Republic bekommst du den Zinssatz auf dein gesamtes Verrechnungsguthaben, also kein separates Tagesgeldkonto nötig. Das ist eigentlich praktischer als gedacht.
Was ich aber fairerweise dazusagen muss: Trade Republic ist halt primär ein Broker, kein klassisches Tagesgeldkonto. Wer das Geld wirklich nur parken will und keine Wertpapiere kauft, für den fühlt sich das manchmal etwas merkwürdig an. Für mich passt es, weil ich sowieso ETFs dort bespare.
Die DKB wäre auch eine solide Option — die haben seit der Kontoumstellung 2023 ordentlich nachgebessert. Aber da zahlt man als Nicht-Aktivkunde keinen vollen Satz.
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Maklerschreck_Manfred
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Re: Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
Also ich sag's mal so: Dieses Spiel kenne ich seit Jahrzehnten. In meiner Zeit als Bankangestllter haben wir das intern sogar so genannt — „Schlafkundenpflege". Wer nicht nachfragt, bekommt nichts. Das ist kein Klarna-spezifisches Problem, das ist Bankkultur.
Ich selbst habe Klarna nie angefasst, ehrlich gesagt. Ein schwedisches Fintech mit Einlagensicherung über die Riksbank — das war mir immer etwas zu exotisch für den ruhigen Schlaf. Mag irrational sein, aber ab einem gewissen Alter schätzt man deutsche Einlagensicherung.
Was mich bei der ganzen Diskussion stört: Alle rennen den Aktionszinsen hinterher, aber keiner rechnet den Zeitaufwand mit ein. Konto eröffnen, Legitimation, Geld transferieren, Steuerbelege sortieren — das kostet Stunden. Bei 200 Euro Mehrertrag im Jahr ist das für manche ein schlechtes Geschäft.
Für einen Steuerberater ist das natürlich was anderes. Raimund, Sie kennen die steuerliche Seite ja selbst am besten.
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GiroGuru_Gino
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Re: Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
Manfred hat natürlich nicht Unrecht mit dem Aufwand, aber ich find das ein bisschen übertrieben ? Ein Konto bei Trade Republic ist in 20 Minuten offen, die Video-Ident läuft über die App und meistens klappt das beim ersten Versuch. Und die Steuerbelege — naja, die kommen eh alle aufs ELSTER-Konto, da ist's doch egal ob von Klarna oder woanders.
Ich selbst hab drei Tagesgeldkonten parallel laufen: ING für den laufenden Puffer (die zahlen aktuell solide), Barclays für größere Beträge weil die Konditionen für Bestandskunden überraschend stabil geblieben sind, und Trade Republic für den Rest. Klingt nach viel, aber ehrlich gesagt macht man das einmal ein und dann läuft's ?
Klarna hab ich nie probiert — der Ruf als „Ratenkauf-App" hat mich immer etwas abgeschreckt, auch wenn das Tagesgeldprodukt separat ist. Vielleicht irrational, aber so bin ich halt ?
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FrugalistFinn_aus_Kiel
- Beiträge: 16
- Registriert: So Okt 10, 2021 10:00 pm
Re: Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
Kurz und knapp: Wechseln. Immer. Der Aufwand ist minimal, die Zinsdifferenz ist real. ?
Ich optimier mein Tagesgeld ungefähr alle 6 Monate — klingt nerdig, is aber bei mir automatisiert durch Kalender-Erinnerungen und eine kleine Vergleichstabelle die ich selbst pflege. Aktuell liegt mein Hauptpuffer bei Trade Republic (3,25 %), ein kleinerer Teil bei N26 (die zahlen gerade etwas weniger, aber das Konto brauch ich sowieso für andere Sachen).
Klarna hab ich mal kurz getestet. Die Oberfläche ist okay, aber ich hatte das Gefühl dass die Zinsen bei denen schneller sinken als bei anderen wenn die EZB dreht. Kann Einbildung sein, hab's nicht systematisch gemessen.
> @Maklerschreck_Manfred schrieb:
„Alle rennen den Aktionszinsen hinterher, aber keiner rechnet den Zeitaufwand mit ein."Respekt, Manfred, aber für 200 Euro extra würde ich locker zwei Stunden investieren. Das entspricht einem Stundensatz von 100 Euro — den krieg ich leider nicht als Softie ?
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HaushaltsbudgetHubi
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- Registriert: So Mär 14, 2021 11:00 pm
Re: Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
Ich verstehs ehrlichgesagt nicht warum man bei sowas so lange wartet. Ich bin bei der DKB und zahle da nix extra und krieg meinen Zins. Klar isses kein Traumzins aber ich muss da nicht nachdenken.
Klarna — das ist doch die App wo meine Tochter Klamotten auf Raten kauft oder? Die haben auch ein Sparkonto?? Das wusst ich gar nicht ?
Naja egal. Mein Kumpel hat sein Geld bei Revolut geparkt, der ist auch zufrieden. Ich glaub am Ende ist es egal solange die Kohle sicher ist und man nicht draufzahlt.
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Portfoliopfleger_Pit
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- Registriert: Fr Nov 29, 2019 11:00 pm
Re: Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
Ich sehe das etwas differenzierter als die meisten hier.
Der eigentliche Vergleich hängt stark davon ab, welche Funktion das Tagesgeld im Portfolio übernimmt. Ist es der Notgroschen — also 3-6 Monatsausgaben, die wirklich immer liquide sein müssen — dann würde ich persönlich Stabilität und Vertrautheit mit dem Anbieter höher gewichten als 0,5 Prozentpunkte. Kontowechsel in Stresssituationen sind nervig.
Ist es dagegen „geparkte Liquidität" die eigentlich mittelfristig sowieso in ETFs fließen soll, dann: ja, optimieren lohnt sich, solange man nicht hektisch hin und herwechselt nur wegen kurzfristiger Aktionszinsen.
Zum konkreten Fall: Barclays hat historisch die Bestandskundenkonditionen relativ fair gehalten — das lässt sich öffentlich nachvollziehen auf einschlägigen Vergleichsseiten wie biallo.de oder zinsen-vergleich.de. ING ist ähnlich solide aber auch nicht der Spitzenreiter. Trade Republic ist attraktiv, aber ich würde dort nicht mehr als die Einlagensicherungsgrenze parken und mir stets bewusst sein dass es primär ein Broker ist.
Raimund, bei 40.000 Euro und Ihrem Hintergrund würde ich 15 Minuten Vergleich auf biallo.de empfehlen und dann einfach entscheiden. Der Aufwand ist wirklich gering.
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Festgeld_Franziska
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- Registriert: So Jan 16, 2022 11:00 pm
Re: Klarna Tagesgeld 2025 — lohnt sich das noch oder besser zur Konkurrenz wechseln?
Ich möchte noch einen Aspekt einbringen, der hier bisher kaum erwähnt wurde: die Einlagensicherung im Detail.
Klarna unterliegt als schwedische Bank der schwedischen Einlagensicherung — das sind 100.000 Euro pro Kunde, entsprechend EU-Richtlinie, also formal gleichwertig mit deutschen Anbietern. Praktisch gibt es aber im Ernstfall einen Unterschied: Auszahlungen laufen über eine ausländische Behörde, was erfahrungsgemäß länger dauern kann. Das ist kein Grund zur Panik, aber bei größeren Beträgen ein legitimer Faktor.
Ich selbst parke kurzfristige Liquidität bei der ING und nutze für Beträge über 3-6 Monate lieber Festgeld — aktuell bei der Comdirect, die gerade noch brauchbare 12-Monats-Konditionen anbieten. Tagesgeld-Hopping finde ich persönlich zu unruhig, aber ich verstehe den Reiz.
> @RenditeRechner_Raimund schrieb:
„bei einem Betrag von beispielsweise 40.000 Euro macht der Unterschied von einem halben Prozentpunkt über das Jahr hinweg immerhin 200 Euro aus"Das ist eine völlig korrekte Kalkulation. Abzüglich Abgeltungssteuer und Soli sind es netto etwa 148 Euro — immer noch nicht nichts, aber der Vergleich sollte netto erfolgen, da die Steuerbelastung bei allen Anbietern identisch ist. Der Wechsel lohnt sich trotzdem.