Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Tagesgeld, Festgeld, Sparbücher, Zinsvergleiche
HamburgerHaushalt_Hanne
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Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von HamburgerHaushalt_Hanne »

Hallo zusammen ? Ich bin Altenpflegerin, verdiene nicht die Welt, aber ich hab mir die letzten zwei Jahre was zusammengespart — so knapp 8.000 Euro liegen bei mir auf dem Tagesgeld rum und kriegen gerade 2,1% bei der DKB. Das ist okay, aber ich hab jetzt öfter Werbung für diese Zinsplattformen gesehen, zum Beispiel WeltSparen (oder heißt das jetzt Raisin?) und auch Savedo. Die versprechen für Festgeld bei irgendwelchen Banken in Rumänien, Lettland oder Portugal teilweise 3,5–4% für 12 Monate. Mein Bauchgefühl sagt: wenn das so toll wäre, würden das doch alle machen, oder? ? Ich frag mich halt, ob das wirklich so reibungslos läuft wie in den Werbetexten. Was passiert wenn so eine ausländische Bank pleite geht? Gilt da die europäische Einlagensicherung genauso wie bei deutschen Banken? Und ist das mit der Steuererklärung dann komplizierter? Ich bin kein Finanzprofi, ich will das Geld einfach sicher parken und ein bisschen mehr raushoeln als jetzt. Hat hier jemand echte Erfahrungen mit sowas gemacht? Nicht irgendwelche Hochglanz-Testberichte, sondern wirklich selbst erlebt — Anmeldung, Auszahlung, Probleme oder auch keine Probleme? Danke schon mal! ?
Daueroptimiererin_Doro
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von Daueroptimiererin_Doro »

Ich nutze WeltSparen (jetzt Raisin) seit 2020 und hab seitdem insgesamt vier Festgelder über die Plattform laufen gehabt — zwei in Portugal (Banco Português de Gestão), eines in Estland und aktuell eines bei einer litauischen Bank. Meine Erfahrung kurz zusammengefasst: - Anmeldung: Einmalige Identifizierung per VideoIdent, hat bei mir 20 Minuten gedauert. Danach läuft alles über ein zentrales Konto bei der Raisin Bank (Frankfurt), die selbst BaFin-reguliert ist. - Einlagensicherung: Jede Partnerbank ist im jeweiligen EU-Land durch das nationale Einlagensicherungssystem geschützt — das sind die gesetzlichen 100.000 Euro pro Bank und Person. Lettland, Estland, Portugal — alle EU-Mitglieder, alle verpflichtet. Das ist kein Werbegag, das ist EU-Recht. - Auszahlung: Immer pünktlich, Geld war jeweils 1-2 Werktage nach Fälligkeit zurück auf meinem deutschen Referenzkonto. - Steuer: Raisin stellt eine Jahressteuerbescheinigung aus. Die Zinsen sind ganz normal Kapitalertragsteuer, kein Aufwand. Ich hab 8.000 Euro nie als Gesamtbetrag bei einer einzigen ausländischen Bank gehabt — ich verteile lieber auf zwei Laufzeiten. Aber das ist persönliche Präferenz, kein Muss.
MinijobMaria_Münster
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von MinijobMaria_Münster »

Ich hab das letztes Jahr auch gemacht, zum ersten Mal. War ehrlich gesagt nervöser als nötig ? Hab 3.000 Euro für 6 Monate bei einer rumänischen Bank über WeltSparen angelegt, glaube 3,3% damals. Hat alles geklappt, Geld kam zurück, Steuerbescheinigung kam automatisch per Mail. Was mich am Anfang verunsichert hat: Du siehst kaum was von der ausländischen Bank selbst, alles läuft über das Raisin-Interface. Das fühlt sich komisch an, ist aber eigentlich ein Vorteil — du hast nur einen Ansprechpartner.
RatenkaufRebell_Rico
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von RatenkaufRebell_Rico »

alter ich schwör, hab das auch probiert letzn sommer ? VideoIdent hat bei mir dreimal nicht geklappt weil mein Ausweis angeblich zu spiegelig war lmaooo. dann beim vierten mal hat's funktionirt. danach war's aber easy, kp warum die so n stress mit dem ident machen manchmal ? zinsen kamen pünktlich, keine beschwerden. würd's wieder machn
MahlzeitMathilda
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von MahlzeitMathilda »

Die Einlagensicherungsfrage beantworte ich gerne nochmal etwas ausführlicher, weil das der Knackpunkt ist bei der ganzen Sache. In der EU gilt die Richtlinie 2014/49/EU — jede Bank in jedem EU-Mitgliedstaat muss bis 100.000 Euro pro Kunde absichern. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, nicht freiwillig. Im Ernstfall zahlt der nationale Sicherungsfonds des jeweiligen Landes. Der Unterschied zu Deutschland: Hierzulande gibt es zusätzlich noch den freiwilligen Einlagensicherungsfonds der Banken, der deutlich über 100k hinausgeht. Den hast du bei einer lettischen Partnerbank natürlich nicht. Für 8.000 Euro macht das aber null Unterschied — die 100k gesetzliche Grenze greift überall gleich. ? Was ich persönlich trotzdem immer mache: kurz googeln ob die Partnerbank in den letzten Jahren irgendwelche Schlagzeilen hatte. Ist meistens nichts, aber beruhigt das Gewissen.
Azubi_Amelie_2022
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von Azubi_Amelie_2022 »

ok ich versteh das mit der einlagensicherung ehrlich gesagt immer noch nicht so ganz ? also wenn die bank in rumänien pleite geht — wer zahlt dann konkret? rumänien selbst? und wie lang dauert das dann?? @MahlzeitMathilda du erklärst das immer so gut, magst du das nochmal für Dummies aufdröseln ?
MahlzeitMathilda
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von MahlzeitMathilda »

Azubi_Amelie_2022 schrieb:wer zahlt dann konkret? rumänien selbst? und wie lang dauert das dann?? Ja, im Prinzip der rumänische Einlagensicherungsfonds (FGDB). Per EU-Recht müssen Entschädigungen innerhalb von 7 Arbeitstagen eingeleitet werden — das wurde 2015 verschärft, früher waren's 20 Tage. In der Praxis läuft das über Raisin koordiniert ab, du musst da nicht selbst irgendwo auf Rumänisch anrufen. Ist bisher in der Geschichte dieser Plattformen noch nicht vorgekommen, dass eine Partnerbank insolvent wurde und Privatkunden Verluste hatten. Aber ja, theoretisch wäre es langsamer und nerviger als bei einer deutschen Bank. Das ist der Preis für 1-2% mehr Zinsen, den jeder selbst abwägen muss.
SparschweinSophie_CH
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von SparschweinSophie_CH »

Ich muss kurz drauf hinweisen: Ich bin in der Schweiz, kann also Raisin & Co. nicht direkt nutzen — die Plattformen sind auf EU/EWR-Wohnsitz beschränkt. Ich lese hier trotzdem mit weil mich das Prinzip interessiert. ? Was ich aus Schweizer Perspektive sagen kann: Das Konzept gibt es hier in ähnlicher Form mit Neon oder Yuh für Tagesgeld, aber für Festgeld über Ländergrenzen hinweg gar nichts Vergleichbares. Ihr habt da wirklich einen Vorteil als EU-Bürger, den ihr vielleicht unterschätzt. @HamburgerHaushalt_Hanne: Mach's einfach. Bei 8k und 12 Monaten reden wir über ca. 100-150 Euro Unterschied zwischen 2,1% und 3,7% — das ist kein Vermögen, aber auch kein Pappenstiel für einen Haushalt der spart.
Daueroptimiererin_Doro
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von Daueroptimiererin_Doro »

Noch ein praktischer Hinweis den ich vergessen hatte: Bei Raisin gibt es einen sogenannten Freistellungsauftrag, den du dort hinterlegen kannst. Wenn du deinen Sparerpauschbetrag (aktuell 1.000 Euro/Jahr für Einzelpersonen) noch nicht ausgeschöpft hast, lohnt sich das — dann wird erst gar keine Steuer einbehalten. Und wer mehrere Plattformen vergleichen will: Savedo gehört inzwischen auch zu Raisin (die haben Savedo 2019 übernommen). Zinspilot ist ein anderer Anbieter mit teils anderen Partnerbanken, lohnt sich zum Vergleich.
RatenkaufRebell_Rico
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Re: Festgeld bei ausländischer Bank über Zinsplattform — Erfahrungen gewünscht

Beitrag von RatenkaufRebell_Rico »

sorry für necro aber ich wollte noch sagen: hab jetzt nochmal 5k für 9 monate angelegt bei raisin, diesmal bei ner estnischen bank, 3,45%. VideoIdent lief diesmal sofort durch ? anscheinend war mein alter ausweis wirklich das problem. neuer ausweis = kein stress. für alle die das gleiche problem hatten
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