Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
-
AltersvorsorgeAnfänger_A
- Beiträge: 15
- Registriert: Sa Jan 21, 2023 11:00 pm
Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
Hey Leute,
ich hab heute ne Mail bekommen die angeblich von Ledger sein soll. Betreff war sowas wie „Wichtige Sicherheitsmeldung — Ihr Gerät muss verifiziert werden" und da war ein Link drin der aussah wie ledger.com aber irgendwie komisch geschrieben war, also so ledger-support-secure.net oder so ein Müll.
Ich hab natürlich nicht draufgeklickt, aber ich werd ehrlich gesagt etwas nervös. Ich hab seit nem halben Jahr nen Ledger Nano X mit ein paar ETH und BTC drauf, nicht mega viel aber auch nicht nichts. So ca. 2.800 Euro gesamt.
Jetzt frag ich mich: Hat das hier schonmal jemand erlebt? Sind da wirklich Leute drauf reingefallen und haben Kohle verloren? Wie laufen solche Angriffe konkret ab?
Und vor allem — was kann ich tun um mich besser zu schützen? Mein Seed Phrase liegt auf nem Zettel zuhause, ist das sicher genug oder brauch ich da noch was anderes?
Bin noch relativ neu bei dem Thema also bitte nicht zu hart mit mir sein falls ich irgendwas offensichtliches übersehe.
-
BavarianBudgetBasti
- Beiträge: 10
- Registriert: Do Jun 02, 2022 10:00 pm
Re: Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
Bruder, willkommen im Club ? Diese Mails kenn ich seit Jahren. Die Ledger-Datenbank wurde 2020 gehackt, da sind über 270.000 Kundenadressen und E-Mails rausgeflogen — seitdem kriegst du als Ledger-Käufer GARANTIERT Phishing-Mails. Das ist quasi Abo-Service, den niemand bestellt hat.
Ablauf ist immer gleich: Mail kommt, Link geht auf eine gefakte Seite die 1:1 wie ledger.com aussieht, dann wirst du aufgefordert deinen 24-Wort-Seed einzugeben „zur Verifikation". Wer das macht, dem gehört die Wallet danach nicht mehr. Innerhalb von Minuten ist alles weg.
Konkret passiert ist das nem Kumpel von mir — 1,4 ETH futsch, ca. 3.500 Euro damals. Support? Gibt's nicht. Blockchain ist unumkehrbar, bye bye Geld. ?
Dein Seed auf Papier ist okay solange niemand außer dir rankommt. Wer den kennt, gehört die Wallet.
-
Bauspar_Benedikt
- Beiträge: 9
- Registriert: Sa Sep 04, 2021 10:00 pm
Re: Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
Der Vorposter hat das im Wesentlichen korrekt dargestellt. Ich möchte ergänzen, dass der Datenleck bei Ledger tatsächlich dokumentiert ist und seither eine regelrechte Phishing-Industrie entstanden ist, die gezielt ehemalige Ledger-Kunden anschreibt.
Die wichtigste Regel lautet: Der 24-Wort-Seed wird niemals, unter keinen Umständen, in ein digitales Gerät eingegeben. Nicht auf einer Webseite, nicht in einer App, nicht auf Aufforderung des Ledger-Geräts selbst — außer bei der erstmaligen Einrichtung. Ledger selbst wird Sie niemals per E-Mail auffordern, diesen Seed irgendwo einzugeben.
Was Sie mit Ihrer verdächtigen Mail tun sollten: Löschen, fertig. Keinen Link anklicken, auch nicht „um zu schauen wie die Seite aussieht". Allein das Aufrufen solcher Seiten kann unter Umständen Schadsoftware aktivieren.
Ihren Seed auf Papier zu verwahren ist prinzipiell in Ordnung. Überlegen Sie aber, ob Sie ihn an einem wirklich sicheren Ort aufbewahren — Hausbrand, Wasserschaden, Diebstahl sind reale Risiken.
-
KleingeldKlara_Leipzig
- Beiträge: 9
- Registriert: Fr Sep 09, 2022 10:00 pm
Re: Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
Ich hab selbst fast einen Fehler gemacht letztes Jahr ? Die Mail sah SO echt aus, gleiches Logo, gleiche Schriftart, sogar eine Sendernummer die nach Ledger aussah. Ich war kurz davor auf den Link zu klicken weil ich dachte mein Gerät hat wirklich ein Problem.
Zum Glück hab ich vorher noch kurz gegoogelt und einen Reddit-Thread gefunden wo genau diese Mail beschrieben wurde. Puh.
Was ich seitdem mache:
- Ledger-Mails direkt löschen ohne draufzuklicken — offizielle Updates gibt's auf ledger.com direkt
- Seed auf Papier UND zusätzlich auf einer Stahlplatte (gibt's bei Amazon für ~30 Euro, Stichwort Cryptosteel oder Billigvarianten)
- Seed niemals fotografieren oder irgendwo digital speichern, auch nicht in der Notizen-App
Deine 2.800 Euro sind schützenswert, bleib wachsam! ?
-
VollkaskoVermeiderin_Ver
- Beiträge: 9
- Registriert: So Nov 07, 2021 11:00 pm
Re: Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
Ich unterrichte Medienkompetenz und trotzdem hab ich mal kurz gestutzt bei so einer Mail — die sind wirklich gut gemacht. Was mich letztendlich gerettet hat: die Absenderadresse genau anschauen. Nicht der angezeigte Name, sondern die tatsächliche Adresse dahinter. Bei mir stand da sowas wie noreply@ledger-update-center.io. Das ist natürlich nicht ledger.com.
Zweiter Trick: URL in der Statusleiste des Browsers beobachten bevor man klickt, indem man mit der Maus drüberfährt ohne zu klicken. Seriöse Ledger-Kommunikation kommt ausschließlich von @ledger.com.
Zu deiner Seed-Frage: Papier ist ein Anfang, aber überleg dir wo genau. Ein feuerfestes Kästchen wäre sinnvoll. Und bitte keine Kopie in der Cloud, nicht mal verschlüsselt wenn du nicht weißt was du tust.
-
Steuerkram_Stine
- Beiträge: 13
- Registriert: Sa Jan 14, 2023 11:00 pm
Re: Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
Kurze Ergänzung zum Thema Seed-Backup, weil das hier noch nicht vollständig besprochen wurde:
Es gibt eine Methode namens Shamir Backup oder einfacher: den Seed aufteilen. Du schreibst die 24 Wörter auf zwei Zettel, wobei jeder Zettel nur 12 Wörter hat — aber aufgepasst, das ist nicht so trivial wie es klingt, weil man dann trotzdem beide Teile braucht. Wer nur einen Teil findet, hat nichts.
Andere Option: Eine Metallplatte wie Klara erwähnt hat. Für ~2.800 Euro Krypto ist das absolut verhältnismäßig.
Und noch was: Falls du jemals unsicher bist ob deine Wallet kompromittiert wurde — neue Wallet einrichten, neuen Seed generieren, Guthaben transferieren. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.
Den steuerlichen Aspekt lass ich mal außen vor, aber falls du irgendwann größere Summen hast, denk daran dass Gewinne nach einem Jahr Haltefrist steuerfrei sind — da kommt gern nochmal jemand vorbei ?
-
KreditkarteKarl_FFM
- Beiträge: 10
- Registriert: Mi Nov 03, 2021 11:00 pm
Re: Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
Ich möchte eine andere Perspektive einbringen, die hier noch fehlt.
Die technischen Schutzmaßnahmen sind alle richtig. Aber das eigentliche Problem ist das Bedrohungsmodell: Wer 2.800 Euro in Krypto hat und einen Hardware-Wallet benutzt, macht grundsätzlich schon vieles richtig. Das Risiko liegt fast ausschließlich im menschlichen Faktor — also darin, dass man in einem schwachen Moment doch den Seed eingibt.
Mein konkreter Rat: Schreib dir irgendwo auf — Post-it am Monitor, whatever — den Satz: „Kein Mensch und kein Programm braucht jemals meinen Seed." Das ist die einzige Regel die zählt. Alles andere ist Beiwerk.
Zu den Phishing-Mails selbst: Einfach eine Filterregel in deinem Mailprogramm, die alles von Domains außer ledger.com direkt in den Spam verschiebt. Dauert 2 Minuten.
-
WeltportfolioWalter
- Beiträge: 12
- Registriert: Fr Nov 22, 2019 11:00 pm
Re: Phishing-Mail angeblich von Ledger — hat jemand wirklich Krypto verloren? Erfahrungen & Schutzmaßnahmen
Es sei der Vollständigkeit halber darauf hingewiesen, dass der Ledger-Datenleck vom Juli 2020 nicht nur E-Mail-Adressen betraf, sondern bei einem Teil der betroffenen Kunden auch vollständige Postanschriften, Telefonnummern und Namen. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Betroffene daraufhin physische Drohbriefe oder sogar Hausbesuche erhalten haben — sogenannte Wrench-Attacks, also Nötigung zur Herausgabe von Zugangsdaten.
Dies ist keine Panikmache, sondern eine sachliche Einschätzung des Risikospektrums. Bei einem Betrag von 2.800 Euro ist dieses physische Risiko noch sehr gering. Bei substanziell höheren Summen wäre eine andere Sicherheitsarchitektur zu erwägen, etwa eine geografisch getrennte Aufbewahrung des Seeds oder ein Multi-Signature-Setup.
Die Empfehlungen der Vorposter sind korrekt. Der Seed gehört niemals in digitale Form. Die Ledger-Hardware selbst ist nicht das Angriffsziel — das soziale Engineering des Benutzers ist es.